Im ersten Teil meines Reisebericht´s ging es mit EasyJet nach Glasgow. Dort besuchten wir mehrere Pubs und machten die Glasgower Innenstadt unsicher. Im zweiten Teil finden wir ein Stück Heimat im Park Lane Pub, machen uns auf, in die Niederrungen des schottischen Fußball´s und erleben tolle Live Musik im „Molly Malones“.

Auf den Spuren der Fußabllgeschichte in Glasgow

Nach dem wir den Freitag Abend gemütlich im Molly Malones ausklingen lassen haben, machten wir uns Samstag schon früh am Morgen auf die Beine. Nach einem ausgiebigen schottischen Frühstück (Eier, Speck, Black Pudding, Wurst, gebratene Tomaten und Toast – wie in Teil I schon erwähnt, gibt es zum schottischen Essen einen extra Artikel) ging es wieder ab in die Innenstadt Glasgow´s. Die City ist in einer Art Schachbrett Design gebaut. Das macht es leicht sich zurecht zu finden und zu orientieren.

Als alte Industriestadt galt Glasgow noch bis Ende der achtziger Jahre als schmutzig und absolut nicht sehenswert. Massenarbeitslosigkeit prägte das graue Bild der Stadt. In den 1990´er Jahren erholte sich Glasgow langsam vom kontinuirlichen Niedergang, da konsequent in Restaurierung und Renovierung investiert wurde.

Die alten Fabrikflächen wurden von der Dienstleistungsindustrie zu neuem Leben erweckt. Ein Finanzdistrikt entstand. Das führte soweit, dass Glasgow schon 1990 europäische Kulturhauptstadt wurde und 1999 den Architektur- und Designpreis erhielt. Da wir noch ein wenig Zeit hatten bis unser Zug zum Hampden Park fuhr, besuchten wir noch das doch etwas unscheinbare „The Park lane“ in der Hope Street.

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Das Park Lane Pub in Glasgow ist unscheinbar, aber sehr gemütlich.

So unscheinbar das Pub von außen aussieht, so gemütlich ist es von innen.

Es war Mittagszeit und wir hatten das Pub für uns allein. Wir machten eine Menge Foto´s und baten die Inhaberin ein Gruppenbild von uns zu machen. Dabei stellte sich heraus, dass sie auch ein wenig Deutsch konnte. Wir verstanden uns im Endeffekt so gut, dass ich mir mein Bier hinter der Bar selbst zapfen konnte.

In Schottland einmal selbst hinter der Theke stehen und mein Bier zapfen! Sollte es noch besser gehen?

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Selber einmal Bier zapfen in Schottland.

Nach diesem netten Abstecher ging es weiter in Richtung Bahnhof, welcher glücklicherweise genau gegenüber des „Park Lane“ liegt. „Central Station“ ist der Größere der beiden Hauptbahnhöfe Glasgow´s und der größte Bahnhof Schottland´s. So hieß es also, sich erstmal einen Überblick zu verschaffen, von wo genau die S-Bahn in Richtung „Mount Florida“, der Haltestelle des Hampden Park´s, fährt.

Kurz darauf war alles klar. Ticket gelöst -> S-Bahn gefunden -> 8 Minuten gefahren -> in ziemlicher Tristesse angekommen…

hampden_glasgowWer nach Glasgow zum Fußball möchte, hat eigentlich nur drei Adressen. Wenn man es mit Celtic Glasgow hält, geht man in den „Celtic Park“. Sind die Glasgow Rangers die Wahl, führt der Weg in den „Ibrox Park“. Die dritte Möglichkeit ist es, Spiele der Nationalmannschaft zu besuchen, welche ihre Begegnungen im „Hampden Park“ austrägt.

Wir aber wollten uns in die Niederrungen des schottischen Fußball´s begeben. Unsere Wahl fiel auf den „FC Queen´s Park“, dem ältesten Verein Schottland´s. 1867 gegründet, spielte der Verein, zur Zeit unseres Besuch´s, in der vierten schottischen Liga (Mittlerweile hat man den Aufstieg in die drittklassige „Scottish League One“ geschafft).

hampden_glasgow*kurze Anmerkung: Wer in der Nähe des „Hampden Park´s“ Pub´s sucht, wird nicht fündig werden. Zu unserer Verwunderung gibt es außer einem etwas gehobeneren Italiener nicht´s wo man gemütlich noch ein Bier vor dem Spiel trinken kann (Der Blick des Kellner´s war unbezahlbar, nachdem er säuberlich den Tisch eingedeckt hat und wir ihm mitgeteilt haben, dass wir nur was trinken wollten).

Der „FC Queens Park“ ist aufgrund seines Alters, mitverantwortlich für viele Regeln, wie wir sie im heutigen Fußball kennen. Sie spielen seit ihrer Gründung im „Hampden Park“, was sie bis heute beibehalten. Da der „Hampden Park“ sich im laufe der Jahrzehnte immer weiter entwickelte und schließlich zur offiziellen Spielstätte der Nationalmannschaft auserkoren wurde, passen Stand heute über 52.000 Besucher in das Stadion. Zuschauerzahlen bei denen der „FC Queen´s Park“ nicht mithalten kann. Bei unserem Besuch sollten es um die 500 gewesen sein.

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Wenige Zuschauer beim Spiel der 4. schottischen Liga.

Bei typisch schottischem Wetter, sahen wir eine unterdurchschnittliche Partie, welche nur durch die robuste Zweikampfführung zu unterhalten wusste 😉

Am Merchandise Stand des „FC Queen´s Park“ trafen wir vor dem Spiel auf einen Schotten, der es mit größtem Interesse vernommen hatte, dass wir aus Deutschland gekommen sind, um ein Spiel der vierten schottischen Liga zu sehen. Er war der festen Überzeugung das wir aus Wattenscheidt kommen würden (wie sich im Nachhinein herausstellte, besteht zwischen den beiden Vereinen eine Fanfreundschaft). Nachdem wir ihm vom Gegenteil überzeugt hatten, sagte er uns, dass wir nach dem Spielende wieder zum Merch-Stand kommen sollten.

Da wir noch keinen festen Plan für die vorabendliche Gestaltung hatten und natürlich eine gewisse Neugier vorhanden war, standen wir pünktlich nach Abpfiff wieder vor Ort. Als dann zwei Männer in Anzügen kamen um uns abzuholen, bekamen wir erste Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war…

Was dann passierte, kann man getrost als Glücksfall bezeichnen. Der Weg führte uns entlang des „Hampden Park´s“, vorbei an einem großen Parkplatz zu einem, recht modern wirkenden, Gebäude. Man verdeutlichte uns, dass wir eintreten sollten.

Wie es sich herausstellte, wurden wir als Ehrengäste zur Eröffnung des neuen Vereinsheims eingeladen. Das war ein Erlebnis, wie es vielleicht nicht wiederkommt. Man teilte uns einen Tisch an der komplett verglasten Front, inklusive Blick auf den „Hampden Park“, zu und brachte uns Getränke unserer Wahl.

queens_park_fcDabei genossen wir den Ausblick und diesen Moment, den wir im Grunde genommen nur durch Zufall erleben durften.

Nach ein bisschen Small-Talk mit dem Fanbeauftragten, machten wir uns dann wieder auf den Weg in die Glasgow´er Innenstadt.

Nach diesem Erlebnis ging es mit der S-Bahn zurück nach Glasgow.

Erneut sollte am Abend das „Molly Malones“, bekannt aus dem ersten Teil des Reiseberichts, das Ziel sein. Samstag Abend ist in Schottland´s Pub´s eigentlich immer etwas los. So auch im „Molly´s“.

Weiter unten seht ihr noch ein kleines Video von der Band „The Amadans“, welche schottische und irische Gassenhauer zum Besten gaben. Bei meinen Besuchen in Schottland habe ich bisher noch kein Pub erlebt, bei dem es die Gäste zur Live Musik nicht von den Stühlen geholt hat. Die Schotten sind generell sehr freundlich und aufgeschlossen. Wenn man also zum Tanzen aufgefordert wird –> aufstehen und mitmachen 😉

Am nächsten Morgen hieß es dann leider schon wieder „Koffer packen“. Nach dem Frühstück ging es in Richtung Flughafen und von dort zurück nach Deutschland.

Dieses Land mit seinen freundlichen Bewohnern zieht einen praktisch in seinen Bann. Wer es einmal lieben gelernt hat, kann, im Grunde genommen, nicht mehr genug davon bekommen.

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Tom
Hi, ich bin Tom! Begeisterter Hobbyfotograf. Bisher viel in Nordeuropa und in Deutschland unterwegs gewesen. Schottland Liebhaber und Wanderfreund. Kann sich nicht zwischen Bergen und dem Meer entscheiden und mag daher beides ;-)

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