Da es mich ja sehr oft in die Berge zieht, möchte ich dir heute von meiner Besteigung des Riemann Haus in Österreich berichten. Was du beachten solltest, wann es sich lohnt den Aufstieg zu wagen und was du besser sein lässt, erfährst du hier.

Zwischen den Gipfeln des Steinernen Meeres

Riemann Haus
Fotografie von Christian Hartmann

Das Riemannhaus ist eine hochalpine Schutzhütte des deutschen Alpenvereins der Sektion Ingolstadt und mit 2130m Höhe der ideale Ausgangspunkt für zahlreiche Gipfelbesteigungen. Aber keine Angst, ich begnüge mich nur mit der Wanderroute, da mir Bergsteigen dann doch eine Nummer zu groß ist 😉

Durch die sehr günstige Lage zwischen Österreich und Deutschland im Salzburger Land bei Saalfelden und Maria Alm, ist das Riemann Haus im Sommer ein tolles Ausflugsziel und vor allem in den Monaten August-September sehr beliebt.

Erbaut wurde es 1901 und bietet mittlerweile mit 20 Betten und 120 Schlafplätzen im Saal eine gute Unterkunft für Zwischenübernachtungen bei längeren Touren. Zum Aufstieg gibt es mehrere Routen. Man kann zum Beispiel auf der deutschen Seite seine Tour beginnen. Dann führt der Weg über Sankt Bartholomä am Königssee, vorbei am Funtensee, Richtung Kärlinger Haus. Für diese Tour musst du aber auch, je nach Fittnesszustand, etwas Zeit einplanen.

Da ich in Österreich im Urlaub war, hatte ich mich dazu entschieden den Aufstieg über Maria Alm zu bewältigen.

Riemann Haus
Das Riemann Haus um 1894.

Von Maria Alm zum Riemann Haus – Der Aufstieg

Mit dem Auto ging es nach Maria Alm, zum nahegelegenen Parkplatz Sandten. Dieser ist gebührenfrei und man befindet sich zum Start auf ca. 1130 Höhenmetern. Also über 1000 Höhenmeter zu gehen und das in einer angegebenen Zeit von 3 Stunden… Ohje.

Kurz darauf folgte Ernüchterung. Einen ganzen Kilometer lang führte mich der Weg über Asphaltstraße oder Kies. Das ließ sich erstens nicht gut laufen und zweitens war es auch von der Umgebung kein schöner Anblick. Die Asphaltstraße hat natürlich ihren Grund, war mein erstes Zwischenziel doch die Bergstation des Versorgungsliftes für das Riemann Haus.

Da auf der Hütte auch eine Bewirtung für erschöpfte Wanderer und Bergsteiger geboten wird, ist der Lift die einzige Möglichkeit Nahrungsmittel nach oben zu bekommen. Glücklicherweise gibt es noch keinen Personenlift, sonst wäre noch mehr Betrieb als zum jetzigen Zeitpunkt.

Nach einer Stunde, die sich irgendwie in die Länge zog wie Kaugummi, wurde es langsam besser. Ich konnte endlich diese Straße hinter mir lassen und das Gelände wurde von Schritt zu Schritt steiniger.

Der Aufstieg auf das Riemann Haus hat natürlich nicht viel mit einer gemütlichen Wanderung gemein. Man sollte schon die ein oder andere ansprechende Tour gemacht haben, sich gesund und fit fühlen und die entsprechende Ausrüstung wie knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil tragen. Das alles trägt zur eigenen Sicherheit bei. Wir wollen schließlich alle wieder gesund vom Berg kommen 😉

Riemann Haus
Für den Weg sollte man schon ein wenig Erfahrung im Bergwandern mitbringen.

Der Weg führt nun auf schmalen Grat zum Riemann Haus hinauf. Dabei ist es selbst mir etwas anders geworden. Wenn man bedenkt, dass auf dem ca. einen Meter breiten Weg links von einem eine felsige Wand mit Sicherungsseilen und rechts ein steil abstürzender Abhang ist, kann einem schon mal Angst und Bange werden…

Tipp: Falls ihr auf so einem Weg einmal unruhig werden solltet, konzentriert euch am besten auf euren Schritt und denkt nicht an das, was neben euch ist. Setzt einen Fuß vor den anderen oder orientiert euch an eurem Vordermann. Ich habe schon einige Wanderer gesehen, welche sich überschätzt haben und dann weder vor, noch zurück kamen.

Ankunft am Riemann Haus – Jahrmarkt für Bergfreunde

Riemann Haus

Nach ca. zwei Stunden hatte ich es aber endlich geschafft. Im Haus und auch drum herum herrschte reges Treiben und die ersten Bergsteiger kamen mir von ihrer Tour entgegen. Kein Wunder, bieten doch der Sommerstein und das Breithorn gleich vor der „Haustür“ ideale Kletterbedingungen.

Im Haus waren viele Plätze belegt. Da ich Ende Juli auf dem Riemann Haus war, herrschte in dem Moment Hochsaison. Zwischen August und September benötigt man für einen Schlafplatz definitiv eine Reservierung. Als Notfalllager gibt es zwar auf der Hütte noch ein paar Schlafplätze. Im Ernstfall würde ich mich aber nicht drauf verlassen.
Ich hatte nicht vor oben zu bleiben, also genoss ich noch ein wenig die Aussicht in Richtung Maria Alm und machte mich nach einer ausgiebigen Pause wieder an den Abstieg.

Riemann Haus
Absteigen ist manchmal schlimmer als Aufsteigen 🙂

Fazit zum Riemann Haus

Das Riemann Haus bietet eine tolle Ausflugsmöglichkeit für eine Tagestour. Allerdings sollte man bedenken, dass die Tour etwas für erfahrene Bergwanderer (man muss aber kein Bergsteiger sein) ist. Entsprechende Kleidung, Trittsicherheit und allgemeines Wohlbefinden ist die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Aufstieg.

Negativ war mir mal wieder der Betrieb aufgefallen. Das ist warscheinlich dem Umstand geschuldet, dass das Riemann Haus der Dreh- und Angelpunkt im Steinernen Meer ist und viele Touren von hier aus starten. Wen das nicht stört, der kann eine schöne Zeit auf der Hütte verbringen.

 

 

 

Teilen
Vorheriger ArtikelWanderung zum Goatfell auf der Isle of Arran
Nächster Artikel6 Tipps für deinen nächsten Pub Besuch
Tom
Schon früh bin ich durch meine Eltern auf das Reisen gekommen. Bis jetzt hat es mich meistens in den Norden Europas oder nach Großbritannien gezogen. Aber: Der Weg ist das Ziel. Somit bin ich immer für neue Länder aufgeschlossen und werde sehen, wohin der Weg führt.

3 Kommentare

    • Hey Christina,

      vielen Dank 🙂 Die ganze Gegend ist einfach beeindruckend und ich bin immer wieder sehr gern dort unterwegs.
      Outfit Foto´s kann man definitiv dort machen. Die Kleidung für´s Shooting sollte man aber erst oben anlegen, sonst wird es mit dem Aufstieg schwierig 😀

      Liebe Grüße,
      Tom

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here