Ich nehme den Goatfell auf der Isle of Arran in Schottland unter die Wanderstiefel. Der Goatfell ist der höchste Berg der Insel und ein beliebtes Ausflugsziel. Was ich erlebt habe und was mir nicht so gut gefallen hat erzähle ich dir jetzt. Viel Spaß!

Nun stand ich also am Startpunkt unserer Wanderung auf der Isle of Arran und wusste nicht so recht, was mich erwarten würde. Bisher hatte ich Schottland immer nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkundet. Jetzt also das erste Mal mit Wanderschuhen. Die Wanderung zum Goatfell sollte eine von drei größeren Wanderungen auf unserer Tour werden.
In Österreich war ich schon oft Wandern. In Schottland dagegen noch nie. Ich war gespannt was mich erwarten würde.

Den Goatfell bezwingen

Der Goatfell ist mit 874m der höchste Berg der Isle of Arran. Sein Name leitet sich aus dem Schottisch-Gälischen (Gaoithe Bheinn) ab und bedeutet soviel wie „Berg des Windes„. Glücklicherweise hatten wir seit unserer Ankunft absolut untypisches schottisches Wetter. Ich glaube ich habe mir damals den schlimmsten Sonnenbrand seit langem geholt.
Trotzdem sollte man die Wetterlage im Blick behalten.

 

Ein schottisches Sprichwort besagt: „Bist du mit dem Wetter nicht zufrieden, warte einfach fünf Minuten.“

 

Ich kann aber schon vorweg nehmen, dass wir sehr viel Glück mit dem Wetter hatten und uns dadurch auch eine sehr gute Sicht vom Berg geboten wurde. Doch dazu später mehr. Von Glasgow kommt man ganz entspannt auf die Isle of Arran. Die Fahrt von Glasgow zur Fähre in Ardrossan dauert ca. eine Stunde. Danach mit dem Schiff nochmal ca. eine Stunde nach Brodick auf die Isle of Arran. Auf der Insel solltest du deine Unterkunft aber schon vorher reservieren, außer du bevorzugst das Campen, was in Schottland erlaubt ist, solange man alles wieder ordentlich verlässt (was selbstverständlich sein sollte).

Der Goatfell bietet mehrere Routen zur Besteigung. Da der Berg nur 3 Kilometer vom Fährhafen der Stadt Brodick entfernt liegt, eignet sich der Parkplatz an der Arran Beer Brauerei als idealer Ausgangspunkt für die 5 Kilometer lange Tour. Die Wanderung dauert ungefähr 4,5-6 Stunden bis man wieder am Parkplatz angekommen ist.

Der Goatfell ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Isle of Arran. Dadurch ist es leider passiert, dass die relativ dünne Vegetationsschicht an den Wanderwegen abgetragen wurde. Seit 1970 werden die Wege durch aufwändige Reperaturarbeiten instandgehalten. Zusammen mit dem nahegelegenen Brodick Castle gehört der Goatfell dem „National trust for scotland“, eine private, gemeinnützige Stiftung.

Der Weg führt vom Parkplatz der Brauerei direkt durch die Wälder des Burgparkes. Eine sehr schöne Route, zumal ich für jeden Fleck Schatten an diesem Tag dankbar war…

Nach ca. 300 Höhenmetern verlässt man die Wälder und findet sich auf in einer Moorlandschaft wieder, welche von einem  kleinen Fluss gekreuzt wird. Dort haben wir auch die erste Pause eingelegt und einen ersten Blick auf den freigelegten Berg gerichtet.
Es sieht schon beeindruckend aus, wie dieser Berg über der Insel thront.

Anfang des 19. Jahrhunderts hat man auf dem Goatfell Drainagen angelegt, damit das überschüssige Wasser ablaufen kann, um den natürlichen Lebensraum der hier wachsenden Vegetation zu erhalten. Mittlerweile wurden auch Dämme errichtet, um das Wasser zurückzuhalten.
Der Goatfell ist außerdem der südlichste Lebensraum des Alpenschneehuhns im Vereinigten Königreich. Wer die Natur liebt, wird diese Gegend lieben!

Leider gibt es noch eine Sorte Tier, welches diese Gegend liebt. Die „Midges“ machen einem die Wanderung teilweise nicht unbedingt zum Vergnügen. Diese sehr kleinen Mücken kriechen in jede Öffnung der Kleidung und hinterlassen kleine Stiche, welche unheimlich jucken. Auf dem Bild unten kannst du sehen, wie meine Beine ausgesehen haben.

Bei der Frage was man dagegen tun kann, scheiden sich die Geister. Es gibt die verschiedensten Cremes oder Sprays und jeder schwört auf ein anderes. Spray gegen diese „Biester“ gibt es unter anderem auch in Brodick zu kaufen. Hätte ich das mal vorher gewusst..

Langsam aber sicher wurde die restliche Vegetation immer weniger und der Weg etwas steiler. Wir nähern uns dem Gipfel. Leider merkt man dem Goatfell an, dass er eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Durch das sehr gute Wetter hatten eine Menge Leute Lust darauf die Wanderschuhe zu schnüren. Dementsprechend gut besucht war der Wanderweg.

Den Gipfel des Berges ziert eine Steintafel, auf der in den verschiedenen Himmelsrichtungen die Ziele eingezeichnet sind, welche man von oben sehen kann. So kann man, gutes Wetter vorrausgesetzt, im Südwesten einen Blick auf die Küste Irlands werfen und im Norden den Loch Lomond erspähen.

Der Ausblick auf dem Goatfell ist beeindruckend und man tut gut daran, eine Weile hier zu verbringen und sich für diesen Augenblick Zeit zu nehmen. Durch den Wind belästigen einen auch die Midges nicht 😉
Auf dem oberen Bild kann man den Hafen von Brodick sehen.

Auf den bezwungenen Gipfel anzustoßen war Ehrensache.

Nach dieser langen Pause machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung Abstieg.
Dabei kann man wirklich von Glück sprechen, dass das Wetter so super mitgespielt hat. Als ich mich am Abend mit einem Einheimischen unterhalten habe, hat selbst er gesagt, dass dieses Wetter absolut außergewöhnlich war. Ununterbrochen Sonnenschein und knapp 30 Grad. Irgendwie fehlte mir das schottische Wetter…

Gegen 16:00 Uhr kamen wir wieder am Parkplatz der Arran Brauerei an. Der Goatfell war bezwungen und ich war glücklich, aber kaputt.

Fazit

Wer auf der Isle of Arran unterwegs ist, kommt am Goatfell eigentlich nicht vorbei. Insofern man es mit dem Wandern hält. Wer den Gipfel bezwungen hat wird mit einem wunderbaren Ausblick über Arran belohnt. Ich kann euch nur raten diesen Moment dort oben zu genießen und nicht gleich den Rückweg anzutreten. Schaut ein wenig auf das Meer, lasst die Gedanken schweifen und gebt euch dieser Insel und diesem Land voll hin. Ihr werdet erstaunt sein, was es euch zurück gibt.

Nicht ganz so gut hat mir der viele Betrieb gefallen. Gut, da kann der Goatfell oder die Isle of Arran nichts dafür, dennoch hätte ich mir manchmal gewünscht ein bis zwei Wanderer weniger auf der Strecke zu haben.

Wart ihr schon in Schottland wandern? Lasst es mich wissen. Ich freue mich über jeden Erfahrungsaustausch 🙂

PS: Rüstet euch gegen die Midges. Die sind wirklich gemein 😉

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Tom
Schon früh bin ich durch meine Eltern auf das Reisen gekommen. Bis jetzt hat es mich meistens in den Norden Europas oder nach Großbritannien gezogen. Aber: Der Weg ist das Ziel. Somit bin ich immer für neue Länder aufgeschlossen und werde sehen, wohin der Weg führt.

1 Kommentar

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