Winterwandern im Elbsandsteingebirge hat schon etwas tolles. Die Wanderwege sind Menschenleer, du hast den Wald praktisch für dich allein. Genauso hatte ich es mir vorgestellt und genauso war es auf meiner Wanderung zum Gohrisch in der Sächsischen Schweiz. Welche Route ich genommen habe und warum auch ein wenig geklettert werden darf, erzähle ich dir in meinem Artikel.


Wanderung zum Gohrischstein
Zu dieser Jahreszeit ist der Wald im Winterschlaf und wird nur durch einzelne Wanderer geweckt 😉

Wanderung zum Gohrisch – Die Route

Der Gohrisch liegt in der linkselbischen Sächsischen Schweiz und misst eine Höhe von 440 Metern. Als Tafelberg steigt der Gohrisch, mehr oder weniger, plötzlich aus der Landschaft auf und würde sich zum Einstieg auch gut umwandern lassen.

Genau das wollte ich aber nicht. Der Weg soll schließlich hinauf führen. Also das Auto im Kurort Gohrisch abgestellt (eigentlich hatte ich den Wanderparkplatz gesucht, der in der Ortsmitte tut es aber auch) und in Richtung „Onkel Paul´s Ruhe“ losgewandert. Automatisch führt der Weg in Richtung Gohrisch, man kann den Weg hinauf praktisch nicht verfehlen.

Die Wanderwege in der Sächsischen Schweiz sind gut ausgeschildert.
Die Wanderwege in der Sächsischen Schweiz sind gut ausgeschildert.

Auf der Wanderung zum Gohrisch läuft man auch ein Stück auf dem berühmten Malerweg. Viele Maler waren in den letzten Jahrhunderten auf diesem Weg unterwegs und hielten ihre Eindrücke in ihren Werken fest.

Am Wegweiser läufst du links in Richtung Gohrisch und lässt den Weg in Richtung Papstein rechts von dir liegen. Durch den, im Winter, sehr ruhigen Fichtenwald näherst du dich langsam der Felswand zum Gohrisch.

Auf dem Weg findest du einige Lehrschilder, welche dir Besonderheiten zur Natur im Elbsandsteingebirge verraten und von der örtlichen Schule angelegt wurden.

Auf dem Weg zum Gohrisch musst du dich irgendwann entscheiden, ob du den "normalen" oder den Weg durch die "Falkenschlucht" nehmen willst.
Auf dem Weg zum Gohrisch musst du dich irgendwann entscheiden, ob du den „normalen“ oder den Weg durch die „Falkenschlucht“ nehmen willst.

Nach einem entspannten Spaziergang durch den Wald erreichst du die Gabelung, welche dir die Wahl lässt, ob du den „einfacheren“ Weg im Westen nehmen oder dich durch die „Falkenschlucht“ nach oben kämpfen möchtest.

Nachdem ich einige Empfehlungen erhalten und diverse Reiseberichte gelesen hatte, entschied ich mich durch die „Falkenschlucht“ zu gehen. Das sollte sich lohnen.

Der Beginn der Falkenschlucht am Gohrisch.
Der Beginn der Falkenschlucht am Gohrisch.

Durch die Falkenschlucht auf den Gohrisch

Die Falkenschlucht ist eine Stiege an der Westseite des Gohrisch. Du lässt den Waldweg hinter dir und bewegst dich über ein paar Holzstufen höher, bis du auf der oben genannten Gabelung angekommen bist. Um durch die Falkenschlucht zu gehen, biegst du an der Gabelung links ab. Jetzt kannst du schon mit bloßem Auge die künstlich erweiterte Felsspalte sehen, welche dich nach oben auf den Gohrisch führen wird.

Wanderung zum Gohrisch durch die Falkenschlucht
Wanderung zum Gohrisch durch die Falkenschlucht

Die hölzernen Steighilfen wurden 2010, in einer viel kritisierten Sanierungsaktion, durch metallene Leitern, Tritten und Gitterrost ersetzt. Somit verschwanden auch die letzten, historischen Steighilfen in der Sächsischen Schweiz.

Da ich nicht weiß wie die Falkenschlucht vor 2010 aussah, kann ich meine Meinung nur vom gegenwärtigen Zustand wiedergeben. Mir persönlich hat der Aufstieg sehr gut gefallen, auch wenn er nicht all zu lang und schwierig war. Ein wenig Fitness und Trittsicherheit solltest du dennoch in den engen Spalten mitbringen. Aber auch für Kinder sollte der Weg keine Probleme darstellen. Drückt man den Kleinen noch eine Taschenlampe in die Hand, steigert das die Abenteuerlust nochmal um ein vielfaches 😉

Die Treppen durch die Falkenschlucht auf der Wanderung zum Gohrisch sind gut befestigt.
Die Treppen durch die Falkenschlucht auf der Wanderung zum Gohrisch sind gut befestigt.

Auf dem Gipfel des Gohrisch

Hast du das Abenteuer Falkenschlucht hinter dich gebracht, bist du so gut wie auf dem Gipfel des Gohrisch angekommen. Auf dem zerklüfteten Plateau wanderst du am besten erst einmal nach links und nicht den Schildern nach, welche dich nach rechts führen. Nach einem kleinen Weg siehst du schon die Wetterfahne, welche den Gipfel des Gohrisch kennzeichnet. Nach einer weiteren kleinen Klettertour erreichst du die Fahne, welche dir einen tollen Ausblick über die Sächsische Schweiz bietet.

Die Wetterfahne auf dem Gipfel des Gohrisch.
Die Wetterfahne auf dem Gipfel des Gohrisch.

Mit einem zünftigen „Berg Heil!“ wird man auf dem Gipfel begrüßt. Im Sommer ist hier sicher einiges los. Bei meiner Winterwanderung war ich ganz allein auf dem Gohrisch und nutzte die Zeit um einige Fotos zu machen. Leider war die Sicht nicht so gut, um einen Blick auf die umliegenden Tafelberge zu ergattern.

Auf dem Gohrisch konnte ich die Einsamkeit für ein paar Fotos nutzen.
Auf dem Gohrisch konnte ich die Einsamkeit für ein paar Fotos nutzen.

Nach der kurzen Fotopause ging es zurück bis zur Gabelung und dann weiter nach rechts zur Schutzhütte mit Blick auf den Papstein. Auf dem Gohrisch gibt es keine Bewirtung, also heißt es seine Verpflegung selbst mitzubringen. Bei diesen Temperaturen kam mir meine Thermoskanne Tee sehr gelegen.

Bei meiner Essenspause konnte ich dann das erste Mal auf meiner Tour auch andere Wanderer sehen. Ansonsten waren auf dieser Tour die Wege angenehm leer.

Nur original Outdoor Verpflegung :-D
Nur original Outdoor Verpflegung 😀
Die Schutzhütte auf dem Gohrisch bietet neben einer Überdachung einen schönen Blick auf den Papstein.
Die Schutzhütte auf dem Gohrisch bietet neben einer Überdachung einen schönen Blick auf den Papstein.

Der Abstieg vom Gohrisch

Jetzt wurde es langsam Zeit aufzubrechen. Leicht einsetzender Schnee rundeten diese schöne Wandertour ab. Von der Schutzhütte ging es direkt wieder abwärts in Richtung Kurort Gohrisch. Alternativ könntest du auch über die Falkenschlucht zurück gehen. Auf dem Abstieg wollte ich mir aber auch den anderen Weg anschauen. Dieser war, wie zu erwarten, sehr entspannt und ohne größere Anstrengung zu bewältigen. Ab der Gabelung Westaufstieg/Falkenschlucht läufst du auf dem bekannten Weg wieder zum Parkplatz zurück.

Um die Runde auszudehnen könntest du noch den benachbarten Papstein erwandern, um eine andere Route rückwärts zu laufen. Für heute hat mir persönlich die Wanderung zum Gohrisch aber gereicht. Nach einem gemütlichen Spaziergang war ich zurück am Auto.

Blick vom Gipfel des Gohrisch
Blick vom Gipfel des Gohrisch

Fazit zur Wanderung zum Gohrisch

Der Gohrisch ist ein lohnendes Ausflugsziel in der Sächsischen Schweiz. Lässt du den Touristenmagnet „Festung Königstein“ hinter dir, bist du innerhalb von 5 Minuten im Kurort Gohrisch und kannst die Wanderung beginnen. Die ist nicht schwer, dauert nicht sehr lang und hat durch die Falkenschlucht und den tollen Blick vom Gipfel des Gohrisch dennoch ihren Reiz.

Im Winter war erfreulich wenig los. Wie es im Sommer ist werde ich aber bei Gelegenheit noch testen. Die Landschaft in der Sächsischen Schweiz sieht präsentiert sich zu jeder Jahreszeit anders und ist immer einen Ausflug wert. Das habe ich bei meiner Wanderung durch die Schwedenlöcher schon eindrucksvoll erfahren können.

Was haltet ihr von der Sächsischen Schweiz? Seid ihr selbst dort viel unterwegs? Schreibt es mir einfach in die Kommentare.

Bis zur nächsten Tour!

 

 

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Tom
Hi, ich bin Tom! Begeisterter Hobbyfotograf. Bisher viel in Nordeuropa und in Deutschland unterwegs gewesen. Schottland Liebhaber und Wanderfreund. Kann sich nicht zwischen Bergen und dem Meer entscheiden und mag daher beides ;-)

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