Vier Tage Entspannung mit den Kindern sollte es werden. Es wurde Spaß, Regen, Krankenhausaufenthalt, Schnee und ein kleines bisschen Ruhe. Unser erster „richtiger“ Urlaub seit 3 Jahren führte uns zu einem, mir gut bekannten, Ziel im Salzburger Land. Der Sinnlehenhof in Leogang, in der Nähe zu Zell am See gelegen, ist für Kinder ideal und bietet, Sommer wie im Winter, viele Ausflugsmöglichkeiten.


 

Der Sinnlehenhof – Urlaub auf dem Land

 

Der SInnlehenhof in Leogang

Unser eigentlicher Plan, drei Tage nach Dresden und zwei Tage nach Babelsberg zu fahren, musste leider, zwei Wochen vor Beginn, gestrichen werden. Jetzt war guter Rat teuer. Kurzerhand fiel mir ein Ziel ein, welches ich selbst schon sehr oft besucht hatte. Da meine bessere Hälfte und auch meine Kinder noch nie „richtige“ Berge gesehen hatten, war die Entscheidung relativ schnell gefallen.

In der Nacht zum 28.10.2017, um 03:00 Uhr, ging es von Zeitz in Richtung Alpenrepublik. Die angegebene Fahrtzeit von 6 Stunden könnten wir, erwartungsgemäß, nicht halten. Strömender Regen machen das Fahren in der Nacht nicht unbedingt leichter 😉 Wenigstens die Kinder haben die Zeit sinnvoll genutzt und geschlafen. Jedenfalls bis kurz vor dem Ziel. Nachdem unser Kleinster die knapp 8 Stunden Fahrt gut überstanden hatte, brach der arme Kerl uns 15 Minuten vor dem Ziel noch das Auto voll. Toller Start!

So schnell wie die Übelkeit kam, verging sie aber auch wieder. Wir konnten somit die letzten Kilometer noch relativ entspannt hinter uns bringen und kamen an unserem Ziel, Leogang im Salzburger Land, endlich an.

 

Ankommen und wie zu Hause fühlen

 

Kennt ihr das, wenn ihr euch plötzlich wieder an eine bestimmte Sache aus eurer Kindheit erinnert? Vielleicht ein ganz besonderer Geschmack, ein Duft oder einfach das Bild einer Landschaft vor eurem Auge?

So geht es mir immer, wenn ich auf dem Sinnlehenhof ankomme. Da ich als Kind jeden zweiten Sommer hier verbracht habe, hat sich der Duft von frisch gebackenem Brot so sehr mit dem Urlaub in Österreich verknüpft, dass ich mich sofort wieder im „Urlaubsmodus“ befunden habe, als ich das Bauernhaus betrat, um uns bei Renate, der Bäuerin, anzumelden.

Wir mieteten für unseren Kurzurlaub das, neben dem Bauernhof gelegene, Ferienhaus. Dort findet man alles, was man zum (Über-)leben braucht 😉

Auf dem Sinnlehenhof in Leogang fühlt man sich wie zu Hause!
Auf dem Sinnlehenhof in Leogang fühlt man sich wie zu Hause!
Blick vom Spielplatz auf das Ferienhaus.
Blick vom Spielplatz auf das Ferienhaus.

Vor allem die Küche hat uns begeistert. Wir haben intensiv nach irgendeinem Utensil gesucht, was nicht vorhanden war. Ich bin ehrlich: Wir haben nichts gefunden. Das Haus war sehr sauber, es hat an nichts gefehlt und wer, wie ich, gern selber kocht, findet alles was das Herz begehrt.

Direkt neben dem Haus befindet sich ein kleiner Spielplatz. Für die Kids war das natürlich ideal. Im Oktober hieß es einfach nur: „Dicke Sachen an und auf nach draußen!“

Da am Sinnlehenhof die Straße endet und es keinen Durchgangsverkehr gibt (ausgenommen die Besucher der Alm, welche aber im Oktober geschlossen hat), kann man die kleinen auch getrost draußen spielen lassen und es sich selbst im Liegestuhl davor gemütlich machen.

Der Spielplatz auf dem Sinnlehenhof hat die Kleinen begeistert!
Der Spielplatz auf dem Sinnlehenhof hat die Kleinen begeistert!

Der Spielplatz auf dem Sinnlehenhof in LeogangDen ersten Tag ließen wir relativ ruhig angehen. Die Kinder konnten den Hof und die Tiere entdecken. „Jungbauer“ Simon zeigte ihnen in aller Ruhe die Kühe, Ziegen und Hühner. Für uns „Stadtmenschen“ natürlich eine interessante Abwechslung.

Unsere erste Tour führte uns in die nächste größere Stadt Saalfelden. Dort landeten wir bei einem Italiener um unsere hungrigen Mägen zu beruhigen. Ich möchte nicht weiter auf den Besuch eingehen, da er leider nicht der Rede wert war. Die bestellte Pasta Carbonara hatte ich aber irgendwie anders in Erinnerung 😀

Nachdem wir noch ein paar Sachen für das Abendbrot besorgt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg in die Unterkunft, um den anstregenden Tag ausklingen zu lassen. Immerhin hatten wir morgen ein straffes Programm zu bewältigen (inklusive einer nicht so tollen Überraschung…)

 

Endlich Schnee – Der Asitz in Leogang

 

Der nächste Morgen begann mit einem ausgiebigen, entspannten Frühstück mit Blick auf die Leoganger Steinberge. Dabei wurden Erinnerungen an meine Tour zur Passauer Hütte wach. Solch eine Wanderung wollte und konnte ich meiner Frau und den beiden Räubern natürlich nicht zumuten 😉

Somit entschieden wir uns für eine Tour auf den „Asitz“. Dieser sollte vor allem bei Skifahrern, Wanderern und Mountainbike Begeisterten bekannt und beliebt sein. Finden hier doch jedes Jahr Meisterschaften in der letztgenannten Disziplin statt.

Wir aber wollten nur mal ein wenig die Bergluft genießen und ich hatte die Hoffnung den Kids ein wenig Schnee bieten zu können. Durch die Löwen-Alpin Card, welche in der Buchung unserer Unterkunft mit enthalten war, konnten wir kostenlos auf die Bergstation fahren (im übrigen ist es nicht die einzige Vergünstigung. Weitere Infos gibt es hier!)

Die neue Bergbahn zum Asitz in Leogang.
Die neue Bergbahn zum Asitz.

Die Fahrt auf die 1760 Meter hohe Bergstation des Asitz war für die Kinder ein tolles Erlebnis. Nur meiner Frau bekam das Schweben in der Höhe nicht ganz so gut 😉

Langsam aber sicher wurde die Landschaft immer weißer und in der Ferne konnte man schon den schneebedeckten Gipfel des Asitz erspähen.

Die Bergstation des Asitz.
Die Bergstation des Asitz.

Auf dem Asitz gibt es einen tollen Rundwanderweg, welchen ich auf einem vorherigen Urlaub schon erwandert hatte. Diesmal stand die Action im Schnee im Vordergrund und die beiden Räuber hatten allen Grund zur Freude. Bei bestem Wetter konnten sich die beiden ordentlich in der weißen Pracht austoben.

Für die Kinder war der Schnee auf dem Asitz ein tolles Erlebnis.
Für die Kinder war der Schnee auf dem Asitz ein tolles Erlebnis.

Nach dem ausgiebigen Spielen im Schnee mussten wir uns erstmal wieder aufwärmen. Dafür bietet sich die Postalm, direkt neben der Bergstation, an. Bei uriger, gemütlicher Stimmung gibt es klassische Gerichte aus der Alpenrepublik wie z.B. Kaiserschmarn.

Die Preise waren in Ordnung, die Bedienung sehr freundlich (für die Kids gab es zum Beispiel ein Malbuch geschenkt) und das Essen war lecker. Als besonderes Schmankerl gab es selbst gebrautes Bier. das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Meinen Geschmack hat es allerdings nicht getroffen) aber ich bin generell kein Fan von süßlichem Bier).

Die Postalm auf dem Asitz.
Die Postalm auf dem Asitz.

Der Asitz in Leogang.Nach gut 3 Stunden ging es für uns wieder bergab ins Tal. Wir ließen den Schnee hinter uns (bzw. über uns) und machten es uns vor dem Ferienhaus gemütlich. Da am heutigen Tag das Wetter mal keinen Regen für uns parat hatte, konnten die Jungs in Ruhe auf dem Spielplatz spielen und wir unser Kaltgetränk genießen 😉

Der Sinnlehenhof in Leogang.

Auf dem Weg ins Krankenhaus

 

Was sollte man nie und nimmer vergessen, wenn man in den Urlaub fährt? Richtig! Sein Asthma-Spray. Blöderweise ist mir genau der Fehler unterlaufen. Seit bei mir vor einem halben Jahr Allergie-bedingtes Asthma auftrat, habe ich die kleine Sprühflasche eigentlich immer mit dabei. Blöderweise habe ich es auf unserer Reise vergessen. Umso länger wir uns im Ferienhaus aufhielten, umso schlimmer wurde die Luftnot bei mir. Ich vermute, dass die vorherigen Gäste einen Hund mit hatten. Anders kann ich es mir eigentlich nicht erklären.

Jedenfalls hatte ich den schlimmsten Anfall seit langem und ganz schön zu tun, überhaupt noch etwas Luft zu bekommen. Somit blieb uns leider nichts anderes übrig, als die Kinder zu schnappen und ins 20 Kilometer entfernte Krankenhaus nach Zell am See zu fahren.

Dort konnte mir zum Glück mit frischem Sauerstoff und einer Infusion schnell geholfen werden. So schnell werde ich mein Spray aber sicher nicht wieder vergessen… 😀

 

Vom Sinnlehenhof in den Nationalpark

 

Die Leoganger Steinberge waren leider kaum zu sehen.
Die Leoganger Steinberge waren leider kaum zu sehen.

Regen, Regen und nochmals Regen gab es dann an Tag 3 zu bestaunen. Nach einem kleinen Einkauf im Bauernladen (ich komme immer schwer an regionalen Köstlichkeiten vorbei) machten wir uns auf den Weg in das Nationalparkmuseum „Hohe Tauern“ in Mittersill. Der kleine Ort liegt ungefähr 60 Kilometer vom Sinnlehenhof entfernt. Langsam und vorsichtig fuhren wir die geschlängelten Straßen entlang, immer darauf bedacht den Magen unseres kleinen Räubers nicht zu sehr zu beanspruchen 😀

Nach einer guten Stunde Fahrt erreichten wir das Museum, in dem unsere beiden Jungs erfreulicherweise noch freien Eintritt genießen konnten.

Das Nationalparkmuseum "Hohe Tauern" in Mittersill.
Das Nationalparkmuseum „Hohe Tauern“ in Mittersill.

Nimmt man sich Zeit, ließt alle Infotafeln und hört den Audioguides gespannt zu, benötigt man  1 1/2 bis 2 Stunden im Museum. So viel Geduld hatten unsere beiden Jungs nicht. Somit mach es auch Sinn, dass erst ab dem Schulalter Eintritt erhoben wird. Die beiden fanden es trotzdem toll. Am besten kam der Nachbau der Murmeltierhöhle (zum selbst erkunden) bei den beiden an.

Das Nationalparkmuseum "Hohe Tauern" in Mittersill.Im Souvenirshop gab es noch Nationalparktee und ein paar kleine Goodies, bevor wir den Rückweg antreten konnten. Dabei ließen wir den letzten Abend auf dem Sinnlehenhof in Ruhe ausklingen, packten schon die Koffer und starteten am nächsten Morgen 07:00 Uhr in Richtung Heimat.

 

Der Spielplatz auf dem Sinnlehenhof.

Ich hoffe der kleine Ausflug nach Österreich hat euch gefallen. Habt ihr Fragen zum Sinnlehenhof, Leogang oder dem Salzburger Land, schreibt sie doch einfach in die Kommentare. ich freue mich über eure Erfahrungen und Empfehlung in der Alpenrepublik.

Uns hat der Urlaub sehr gut gefallen. Für die Kinder war es eine willkommene Abwechslung vom Stadtalltag und wir konnten den einen oder anderen Moment auch ein wenig entspannen (das Krankenhaus mal ausgenommen 😉 )

Viel Spaß beim nachreisen!

Teilen
Vorheriger ArtikelMödlareuth – Grenzgänger im geteilten Dorf
Tom
Schon früh bin ich durch meine Eltern auf das Reisen gekommen. Bis jetzt hat es mich meistens in den Norden Europas oder nach Großbritannien gezogen. Aber: Der Weg ist das Ziel. Somit bin ich immer für neue Länder aufgeschlossen und werde sehen, wohin der Weg führt.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here