Es war kalt. Um nicht zu sagen: „Ar…kalt“! Bei -9 Grad am Tag Prag zu erkunden war eine ausgesprochen mutige Idee. Und dennoch hat mich diese Stadt ziemlich beeindruckt und in ihren Bann gezogen.

Das letzte Mal war ich, glaube ich, mit 12 oder 13 Jahren in Prag gewesen. Es war also höchste Zeit das Ganze zu ändern. Von Zeitz ging es also los zu unseren östlichen Nachbarn. Dabei fährt man ca. 3 Stunden bis Prag, größtenteils auf der Autobahn.

Im Winter wäre es außerdem noch Hilfreich, wenn die Pumpe der Scheibenwischanlage funktionieren würde. Dann müsste sich die liebe Ehefrau nicht ständig wärend der Fahrt aus dem Fenster hängen und Wasser auf die Scheibe kippen, damit man durch das ganze Salz überhaupt etwas sehen kann. Nur so als kleiner Tipp am Rande… 😉

Das Esplanade in Prag

Das Esplanade Prag – Glanz in der goldenen Stadt

 

Über Ameropa habe ich das 5 Sterne Hotel „Esplanade Prag“ zu einem sehr günstigen Preis buchen können. 208,- € für 2 Personen und 2 Übernachtungen im Doppelzimmer inklusive Frühstück. Der Nebensaison sei Dank! 😉

Am Hotel gab es nicht viel auszusetzen. Das Esplanade liegt 5 Gehminuten vom berühmten Wenzelsplatz entfernt. Ist also sehr zentral gelegen. Dabei überzeugt das Hotel durch seine Gestaltung im Stil der 1920´er Jahre, was mir persönlich schon sehr gut gefallen hat. Es waren die vielen kleinen Details, welche zu überzeugen wussten. So zum Beispiel das eingeschnitzte Esplanade Logo im Bett oder auch im Fahrstuhl.

Rundum ein sehr schönes Hotel und vor allem in der Nebensaison preislich fast nicht zu schlagen.

Das Bad im Esplanade Prag war ausreichend.

Am Esplanade gibt es keine Tiefgarage, dafür aber einen Parkplatz direkt vor dem Hotel, welchen man für 16€ am Tag mieten kann. Nachdem wir ausgeladen hatten, brachen wir ziemlich schnell zu unserer ersten kleinen Runde durch Prag auf.

Schau am besten in der Nebensaison nach Wochenendausflügen. Diese lassen sich generell viel kurzfristiger planen als der Jahresurlaub und du kannst dadurch eine Menge Geld sparen.

Das Esplanade Prag kannst du hier buchen.*

Vergleich: Esplanade Prag; zwei Personen; zwei Übernachtungen; inkl. Frühstück

  • Januar 2017 –> 208€
  • August 2017 –> 360€

 

Sightseeing – Wir erkunden Prag

 

Nach dem sehr gelungen Frühstück (es gab eigentlich alles was das Herz begehrt, außerdem wurde der Kaffee an den Platz serviert), starteten wir unsere Erkundungstour durch die Prager Kälte.

Auf dem Wenzelsplatz ist das ganze Jahr Trubel. Hotel reiht sich an Hotel, Gaststätte an Gaststätte und Geschäft an Geschäft. Trotz alle dem hat die Prager Shopping Meile etwas besonderes. Vielleicht liegt es an der Geschichte des Platzes?

Im Mittelalter und der Neuzeit war der Platz noch als Rossmarkt bekannt und bildete das Zentrum der Prager Neustadt. 1969 verbrannte sich der tschechoslowakische Student Jan Palach selbst, als er gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei im Jahre 1968 demonstrierte. Ein Denkmal erinnert heute auf dem Wenzelsplatz an Palach.
Im November 1989 fand auf dem berühmten Platz die „samtene Revolution“ statt. Wärend einer Massenkundgebung wurde die politische Öffnung des Landes gefordert. Die Rede fand vom Balkon der Hausnummer 56 statt.

Der Wenzelsplatz bietet also nicht nur Shopping begeisterten Urlaubern etwas, sondern auch Geschichtsinteressierte kommen auf ihre Kosten.

Wir ließen die Prager Neustadt hinter uns und machten uns auf dem Weg in die Altstadt.

Tipp: Wer am Wenzelsplatz etwas Essen möchte, kann aus einer Vielzahl von Restaurants und Gaststätten wählen. Das beste Preis/Leistungsverhältnis bekommst du, wenn du in eine der vielen abzweigenden Nebenstraßen gehst und nach einer Gastwirtschaft ausschau hälst.

Die Prager Altstadt ist geprägt durch viele kleine Gassen, welche sich zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten schlängeln. Zwischendurch mussten wir uns immer mal wieder aufwärmen gehen, da es mit -9 Grad sehr kalt war.

Als ich vor einem Cafe stand und meine E-Zigarette dampfte, bemerkte ich nicht, dass sich mir ein Polizist näherte. Als mich dann jemand auf die Schulter tippte und mich fragte ob das Cannabis ist, wusste ich vor Schreck nicht was ich sagen sollte.
Keine Ahnung ob mich der Polizist nur auf den Arm nehmen wollte. Nachdem er mir aber das Wort Arrest an den Kopf warf, verabschiedete ich mich höflich in das nahgelegene Cafe. Anscheinend ist der Trend der E-Zigarette noch nicht bei unseren östlichen Nachbarn angekommen…

Nach diesem, im Nachhinein doch lustigen, Ereignis, legten wir unseren ersten Stop an der astronomischen Uhr am Altstädter Rathaus ein.

Dieses Meisterwerk der Baukunst zieht nun schon seit ca. 600 Jahren die Blicke der Menschen auf sich. Der Legende nach wurde dem Uhrenbauer Meister Hanus, nachdem er seine Arbeit abgeschlossen hatte, von den Ratsherren die Augen ausgestochen, da sie Angst hatten, es könnten noch weitere Exemplare dieser einzigartigen Uhr gebaut werden.

Ein Besuch der Uhr lohnt sich auf jeden Fall. Anschließend kann man, wenn man möchte, noch das Altstädter Rathaus von Innen besichtigen

Weiter ging unsere Tour in Richtung Karlsbrücke. Ist man unsicher, ob man auf dem richtigen Weg ist, so muss man einfach nur der Menschenmenge folgen.

Die Karlsbrücke ist die berühmteste Brücke Prag´s und Kulisse für den einen oder anderen Hollywood Film gewesen. So wurde zum Beispiel das Finale von „Triple XXX“ hier gedreht.

Leider konnte ich meine Frau nicht dazu bewegen, über die Brücke zur Prager Burg zu gehen. Aber ich muss zugeben, dass es wirklich schon sehr kalt und es höchste Zeit war, sich irgendwo aufzuwärmen.

Dafür gibt es in der Prager Altstadt genügend Möglichkeiten. Wir nutzten die Chance und kehrten in ein gemütliches irisches Pub ein, um einen Plan für den Abend zu schmieden.

Nachdem wir uns im Pub ein wenig aufgewärmt hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Hotel.

Dabei drehten wir noch eine Runde durch die Altstadt und kamen an einem Laden vorbei, in dem an alten Stickmaschinen (diese wurden tatsächlich noch mit dem Fuß bedient 😉 Namen in Schals oder Mützen eingestickt wurden.
Wir haben es uns nicht nehmen lassen, für unsere beiden Jungs zu Hause einen Schal und eine Mütze anfertigen zu lassen. Eine tolle Erinnerung!

In der Nähe des Wenzelplatz fanden wir ein kleines, unscheinbares italienisches Restaurant. Kurz auf die Karte geschaut, Preise moderat, keine „Touristenfalle„, also reingehen.
Und diese Entscheidung hat sich absolut gelohnt. Das Essen war super, es gab nichts zu beanstanden. Ganz klar eine Empfehlung. Wer Lust auf italienisches Essen hat, der sollte sich einfach auf die Suche nach dem „Green Tomato“ machen

Zwischenzeitlich hat es ziemlich heftig angefangen zu schneien. Da ich aber sowieso ein Fan von Winterurlaub bin, fand ich das Ganze gar nicht mal so schlimm 🙂

Nach dem Essen gingen wir zufrieden wieder ins Hotel zurück. Der Tag hat doch seine Spuren hinterlassen und wir waren beide froh mal ein wenig zu entspannen. Sightseeing kann doch ganz schön anstrengend sein 😉

Die Rückfahrt haben wir genutzt und sind einmal quer durch das tschechische Hinterland gefahren um in Johann-Georgenstadt einzukaufen. Ich möchte bitte niemanden mehr hören, der sich in Deutschland über schlecht beräumte Straßen aufregt. Ich kam mir teilweise eher vor wie in Lappland und nicht 100 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

 

Fazit zu unserem Kurztrip nach Prag

 

Es ist seltsam, aber irgendwie hat es mir die Stadt Prag angetan und dass, obwohl wir nur zwei Tage da waren. Es ist verblüffend wie die Geschichte mit der Moderne verschmilzt und eine interessante Einheit bildet. Von der „Shoppingmeile“ Wenzelsplatz sind es nur ein paar Schritte und man steht in der historischen Altstadt mit ihrer langen Geschichte.

Eines steht definitiv fest: Wir kommen wieder (aber erst wenn es etwas wärmer ist)!

*Bei der Buchung über den Link bekomme ich eine kleine Provision. Dabei zahlt ihr nicht mehr und könnt nebenbei die Arbeit an meinem Blog ein wenig untersützen 🙂

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Tom
Schon früh bin ich durch meine Eltern auf das Reisen gekommen. Bis jetzt hat es mich meistens in den Norden Europas oder nach Großbritannien gezogen. Aber: Der Weg ist das Ziel. Somit bin ich immer für neue Länder aufgeschlossen und werde sehen, wohin der Weg führt.

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