Das „Dicke B“ hat mal wieder gerufen und wir haben uns nicht lange bitten lassen, ist es doch schon eine Weile her, als wir das letzte Mal der Hauptstadt einen Besuch abgestattet haben. Auf unserem Kurztrip nach Berlin erlebten wir Enttäuschungen im Hotel, „hippe“ Szene Cafés bis hin zu einer Tangotanzstunde in Schöneberg.


Bei strahlenden Sonnenschein waren wir auf dem Kurfürstendamm unterwegs.

Kurztrip nach Berlin – Big City Life

Berlin und ich, das war am Anfang ein wenig wie „Hund und Katze“. Der Trubel und die Hektik waren einfach nicht´s für mich und ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich bei unseren ersten Besuchen in der Hauptstadt immer leicht überfordert war (meine Orientierung ist sowieso nicht die Beste).

Da meine bessere Hälfte aber eine ganze Zeit lang in Berlin gewohnt hat, konnte ich mir sicher sein, das wenigstens einer von uns beiden einen Plan hat, in welche Richtung wir jetzt müssen 😉

Ganz so schlimm ist es mittlerweile nicht mehr und auch die vielen Menschen und die Hektik machen mir weniger Stress. Haben wir beim letzten Mal die Gegend um den Potsdamer Platz unsicher gemacht, zog es uns dieses Mal auf den Kurfürstendamm.

Der Kurfürstendamm ist DIE Flaniermeile in Berlin. Er reicht vom Rathausplatz Grunewald bis zur Gedächtniskirche im Stadtteil Charlottenburg und man findet dort alle Luxusartikelhersteller, die etwas auf sich halten.

Ich möchte euch auf unsere Tour durch Berlin mitnehmen und hoffe ihr habt genauso viel Spaß dabei, wie ich. Also, los geht´s!

Der Kurfürstendamm bei Nacht von unserem Hotelfenster aus fotografiert. Die Stadt scheint nie zu schlafen.
Der Kurfürstendamm bei Nacht von unserem Hotelfenster aus fotografiert. Die Stadt scheint nie zu schlafen.

Unser Hotel – Das Augusta Berlin am Kurfürstendamm

Die Fahrt nach (und vor allem durch) Berlin verlief überraschend gut. Mittlerweile habe ich mich auch in der Hinsicht verbessert. Fahrten in Großstädten jagen mir nicht mehr den blanken Schauer den Rücken hinunter. Auf dem Kurfürstendamm immer gerade aus und kurz vor der Gedächtniskirche rechts abbiegen. Schon befindet man sich in der Fasanenstraße.

Das sich die Parkplatzsuche schwierig gestalten sollte, stand schon in den Hotelbewertungen. Die Unterkunft verfügt über keine eigenen Stellplätze. Also mussten wir versuchen in der Straße einen relativ nahen Parkplatz zu finden. Das war schwierig, aber nicht unlösbar. Ich weiß bis heute nicht, ob ich dort parken durfte, wo ich mein Auto abgestellt hatte. Einen Strafzettel hatte ich in der ganzen Zeit aber nicht. Wir fütterten die Parkuhr ausreichend und kamen im Endeffekt auf den selben Preis, den man auch für einen Hotelparkplatz zahlen müsste. Von daher: Keine bösen Überraschungen.

Der Eingang zum Hotel Augusta in der Fasanenstraße.
Der Eingang zum Hotel Augusta in der Fasanenstraße.

Der Aufbau des Hotel´s ist etwas ungewöhnlich, hat aber durchaus seinen Charme. Eine Treppe hinauf und kurz nach links, schon steht man an der kleinen Rezeption, an der auch der Frühstücksraum grenzt. Vom freundlichen Mitarbeiter erhielten wir unsere Zimmerschlüssel und kämpften uns weiter durch das Gebäude.

Mit dem Lift ging es nach unten in einen, für Berlin typischen, Innenhof, nur um dann mit einem zweiten Lift im Nebeneingang wieder bis ganz noch oben zu fahren. Das war etwas verwirrend, klappte in der Praxis aber reibungslos.

ACHTUNG: DAS HOTEL VERFÜGT ÜBER KEINEN BEHINDERTENGERECHTEN ZUGANG UND IST SOMIT FÜR ROLLSTUHLFAHRER ODER MENSCHEN, WELCHE SCHLECHT ZU FUSS SIND, NICHT GEEIGNET!

Der Flur im Hotel Augusta ist ganz nett eingerichtet.
Der Flur im Hotel Augusta ist ganz nett eingerichtet.

Die Suite im Hotel Augusta

Da die Reise ein Geschenk zum Valentinstag an meine Frau war, hatte ich für uns die Suite mit Whirlpool im Zimmer gebucht. Das Hotel Augusta hat mehrere Suiten im Angebot, welche sich alle auf der obersten Etage des Gebäudes befinden. Man muss sich zwischen Whirlpool oder Balkon entscheiden. Der Pool erschien mir zu dieser Jahreszeit als die Bessere der beiden Varianten.

Wir schlossen unser Zimmer auf und staunten als wir die, auf den ersten Blick, toll eingerichtete Suite sahen. Die Möbel waren außergewöhnlich, das Zimmer mit seinen rund 70 Quadratmetern sehr groß und der Whirlpool begrüßte uns schon von weitem.

Die Suite im Hotel Augusta war mit tollen Möbeln eingerichtet.
Die Suite im Hotel Augusta war mit tollen Möbeln eingerichtet.
Neben dem Whirlpool bietet das Zimmer auch noch eine Infrarot Sauna.
Neben dem Whirlpool bietet das Zimmer auch noch eine Infrarot Sauna.

Nachdem wir angekommen, das erste Kaltgetränk geöffnet und den Ausblick aus unseren Fenstern auf den Kurfürstendamm genossen haben, schauten wir uns das Zimmer etwas genauer an und das Unheil nahm seinen Lauf.

Als erstes entdeckte meine Frau hinter dem Schreibtisch sehr große Flecke, die sich über die komplette Tischplatte zogen. Die Kunstpflanze am Spiegel war so sehr verstaubt, dass man mit dem Finger erstmal die Blätter freilegen musste, die Duschbrause war extrem verkalkt und die Schläuche von Dusche und Whirlpool so undicht, dass beim Haare waschen alles andere nass wurde, nur nicht die Haare. Außerdem hatten die (zusammengerollten!) Handtücher gut sichtbare Flecken.

Ich bin kein „Kümmel-aus-dem-Käse-Zieher“ und es dauert lange, bis ich mich über etwas beschwere, aber dieses Zimmer war des Guten zu viel. Egal ob Suite oder nicht. Sauberkeit sollte immer zu einer Selbstverständlichkeit gehören. Mir ist nicht verständlich, wie man sich ein derartiges Zimmer, bei der hohen Zahl anderer Hotels in Berlin, erlauben kann.

Die Krönung war das Gespräch an der Rezeption. Der freundliche Mitarbeiter vom Einchecken war leider nicht mehr vor Ort. Nur seine, sagen wir mal, „unmotivierte“ Kollegin, deren einzige Worte waren, dass sie da jetzt nichts machen kann, da der Techniker erst am Montag wieder da ist. Nicht mal eine Entschuldigung kam über ihre Lippen. Schwer enttäuscht entschieden wir das Beste aus der Situation zu machen und brachen in Richtung Alexanderplatz auf.

Der Ausblick vom Hotelfenster war richtig gut.
Der Ausblick vom Hotelfenster war richtig gut.

Der Abend in Berlin – Die Stadt die niemals schläft

Okay, eigentlich ist das New York. Trotzdem habe ich in Berlin immer das Gefühl, dass die Stadt nie so richtig zur Ruhe kommt (außer Sonntag 08:00 Uhr früh, die Berliner scheinen alle Langschläfer zu sein). So war auch auf unserem Weg zum Alexanderplatz ordentlich was los.

Gleich zu Beginn kamen wir an der Gedächtniskirche vorbei. Jene Kirche, an der ein Attentäter im Dezember 2016 einen LKW in den Weihnachtsmarkt gelenkt hat und mehrere Menschen tötete. Die Bilder im Fernsehen zu sehen, hat schon ein ungutes Gefühl ausgelöst. Jetzt genau davor zu stehen war irgendwie beklemmend. Was auch immer in diesem Menschen vorgegangen ist, wir werden es nie nachvollziehen können.

Die Gedächtniskirche in Berlin.
Die Gedächtniskirche in Berlin.

Wir ließen diesen beklemmenden Ort hinter uns und fuhren mit der S-Bahn auf den Alexanderplatz. Durch den ganzen Ärger im Hotel musste ich meine Reservierung für den Italiener in Berlin Mitte auch noch stornieren. Somit zog es uns in eine altbekannte Bar. Das „Palm Beach“ am Alexanderplatz ist eine tolle Adresse, wenn ihr in entspannter Atmosphäre tolle Burger essen, Fußball schauen oder einfach ein paar leckere Drinks zu euch nehmen wollt.

Die Burger im Palm Beach sind super!
Die Burger im Palm Beach sind super!

Nach dem tollen Essen sind wir relativ schnell wieder zur S-Bahn zurück. Es war einfach zu kalt, um noch gemütlich ein paar Runden zu drehen, zumal ich das am Alexanderplatz, spät am Abend, eh für eine schlechte Idee halte… 😀

Wenigstens der Whirlpool erfüllte seinen Dienst und wir konnten den Abend entspannt ausklingen lassen.

Wenigstens der Whirlpool funktionierte ;-)
Wenigstens der Whirlpool funktionierte 😉

Szene Café in Berlin – A Never Ever Ending Love Story

Pünktlich um 07:30 Uhr weckte uns die innere Uhr (der Rythmus der Kinder scheint auch ohne deren Anwesenheit zu funktionieren). Da ich im Voraus kein Frühstück im Hotel gebucht habe, worüber ich nach den Ereignissen am Vortag auch froh bin, checkten wir relativ schnell aus. Beim Check-Out war wieder der nette Mitarbeiter vom Vortag da und wir konnten ihm in Ruhe unsere Probleme mit dem Zimmer erklären. Er sah sich geduldig die Fotos an und versprach uns, sich schnell um die Angelegenheit zu kümmern.

Ich hatte im Bett schon nach vielversprechenden Cafés ausschau gehalten und bin in der Nähe fündig geworden. Das „A Never Ever Ending Love Story“ soll ein angesagtes, „hippes“ Berliner Café sein. Ein „Place to be“ so zusagen und dann auch nur gute 600 Meter vom Hotel entfernt. Da mussten wir uns einfach ein Bild davon machen 😉

Das Essen im "A Never Ever Ending Love Story" war total lecker!
Das Essen im „A Never Ever Ending Love Story“ war total lecker!

Da das „A Never Ever Ending Love Story“ etwas versteckt liegt, kam ich nicht um das Fußgängernavi herum. Nach einem kleinen Spaziergang erreichten wir dann auch schon das Café und mussten erstaunt feststellen, dass es einfach nur unheimlich voll war. Wir konnten gerade noch einen Platz neben einem anderen Pärchen auf den rustikalen Holzbänken ergattern.

Das „A Never Ever Ending Love Story“ hat wohl das typische Berliner „Hipster Café“ Flair. Ich fand es jedoch ziemlich cool. Die Wände waren unverputzt und alles wirkte irgendwie minimalistisch und doch völlig zu einander passend. Trotz des vielen Betrieb´s waren die Mitarbeiter super drauf und servierten mir den besten „Soja Latte Macchiato“, den ich bisher getrunken habe (vielleicht war ich aufgrund des Flairs auch einfach ein wenig euphorisiert) 😉

Von außen unscheinbar, von innen unschlagbar - Das A Never Ever Ending Love Story
Von außen unscheinbar, von innen unschlagbar – Das A Never Ever Ending Love Story

Die Karte ist relativ klein, aber für ein Frühstück völlig ausreichend. Meine Wahl fiel auf Rührei mit Lachs und Schmand auf frischem Brot. Es war einfach nur grandios lecker.

Ich kann euch das „A Never Ever Ending Love Story“ völlig bedenkenlos empfehlen. Wenn ihr Sonntag morgen mal in der „Szene“ Frühstücken wollt, geht in das Café und lasst das „Gewusel“ mal ein wenig auf euch wirken.

Tango Argentino – Planlos im Tanzkurs in Berlin

Ein kleines, unscheinbares Schild zeigt den Weg in die Mala Junta Tanzschule in Berlin Schöneberg.
Ein kleines, unscheinbares Schild zeigt den Weg in die Mala Junta Tanzschule in Berlin Schöneberg.

Zum krönenden Abschluss von unserem Kurztrip nach Berlin hatte ich über AirBnB eine 45 minütige Tango Tanzstunde in Berlin Schöneberg gebucht. Für 15 Euro pro Person seid ihr dabei.

Da wir seit 2 1/2 Jahren selbst schon in einer Tanzschule Unterricht nehmen dachte ich, es wäre eine schöne Abwechslung auch mal einen anderen Kurs kennen zulernen. Nach einer kurzen Suche hatten wir den Eingang gefunden und ein paar Treppen später, standen wir schon im Tanzsaal.

Saal der Mala Junta Tango Tanzschule in Berlin
Saal der Mala Junta Tango Tanzschule in Berlin

Es dauerte nicht lang, bis uns unsere Gastgeber Amaya und Felix sehr herzlich begrüßten. Amaya stammt aus den USA und ist zur Hälfte Mexikanerin (da liegen die Lateinamerikanischen Tänze schon im Blut) und Felix ist deutscher. Die beiden sind seid 2013 verheiratet und bieten eine Menge Workshops rund um das Thema Tango an.

Nach einem Kaffee und kurzem Small-Talk erklangen die ersten Töne und wir begannen mit den Tango Grundschritten. So weit, so gut, schon oft in der heimischen Tanzschule gemacht. Nur, irgendetwas stimmte nicht. Wir kamen mit dem Takt gar nicht klar.

Nach mehrmaligen, gescheiterten Versuchen, fragten wir Amaya wo denn unser Problem liegt. Wir fühlten uns wie absolute Tanzanfänger… 😀 Wie es sich herausstellte, war das nicht der „europäische“ Tango, wie wir ihn aus der Tanzschule kennen, sondern der „Tango Argentino“, welche sich erheblich unterscheiden.

Amaya und Felix waren super sympathisch. Wir mussten einfach ein Bild zusammen machen :-D
Amaya und Felix waren super sympathisch. Wir mussten einfach ein Bild zusammen machen 😀

Mit ein bisschen Übung haben wir den einen oder anderen Schritt dann aber doch ganz gut hinbekommen und haben nach der Tanzstunde entspannt den Heimweg angetreten.

Fazit zu unserem Kurztrip nach Berlin

Das Zimmer auf unserem Hotel war eine Katastrophe. Im Endeffekt hat mich das Hotel am Dienstag nochmal angerufen und sich entschuldigt. Des weiteren bot mir der Geschäftsführer 50% Entschädigung an.

Das Hotel Augusta in Berlin ist sicher keine schlechte Adresse (8.5 Punkte im Durchschnitt bei Booking.com). Was genau bei uns schief gelaufen ist, kann ich mir trotzdem nicht erklären. Das darf in keinem gebuchten Hotelzimmer passieren und schon gar nicht in einer Suite.

Gut fand ich, dass sich das Hotel extra nochmal telefonisch bei mir gemeldet hat und wir eine Entschädigung bekommen haben. Vielleicht gebe ich dem Augusta irgendwann nochmal eine Chance. Charme hatte es zumindestens.

Die Tangotanzstunde war super. Habt ihr auch Interesse daran, einmal in den Tango Argentino reinzuschnuppern?

Ich finde es ja immer toll, neue Dinge auszuprobieren. Dafür hat sich die Tanzstunde mehr als gelohnt. Es war einfach mal wieder super in der Hauptstadt zu sein. Unser letzter Besuch war viel zu lange her. So lange soll es bis zum nächsten Mal nicht dauern.
Liebe Grüße

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Tom
Hi, ich bin Tom! Begeisterter Hobbyfotograf. Bisher viel in Nordeuropa und in Deutschland unterwegs gewesen. Schottland Liebhaber und Wanderfreund. Kann sich nicht zwischen Bergen und dem Meer entscheiden und mag daher beides ;-)

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