Kurzentschlossen ist wahrscheinlich noch zu milde ausgedrückt. Gebucht und losgefahren trifft es wohl besser. Ich habe mich mit meinem kleinen Räuber für zwei Tage auf in den Harz gemacht. Dabei stand der Hexentanzplatz in Thale und die schöne Stadt Wernigerode auf dem Programm. Im ersten Teil erfährst du einiges über den Hexentanzplatz und wie ich mit meiner Enttäuschung umgehen musste. Viel Spaß beim Lesen!


Das Rathaus in Wernigerode ist eine Augenweide und absolut sehenswert.
Das Rathaus in Wernigerode ist eine Augenweide und absolut sehenswert.

 

Hexentanzplatz und Wernigerode

Kommerzhexen

und

eine Märchenstadt

„Unverhofft kommt oft!“ ist nicht nur ein, relativ abgedroschenes, Sprichwort, sondern galt in diesem Fall wirklich. War ein Ausflug in den Harz für diesen Monat eigentlich gar nicht geplant.

Wie es der Zufall (oder der eigene Wille) aber manchmal so will, habe ich mich mit dem kleinen Räuber zusammen auf den Weg in den schönen Harz gemacht. Wernigerode war unser Ziel. Auf dem Weg dorthin hatte ich den Hexentanzplatz in Thale als kleinen Abstecher eingeplant. Es sind schon einige Monde vergangen, als ich das letzte Mal dort gewesen bin. Ich war gespannt wie sich dieses touristische Highlight entwickelt hat.

Von Zeitz führte uns der Weg gute hundert Kilometer weit, bis wir schließlich in Thale ankamen. Junior hat die Hälfte vom Weg verschlafen, sonderlich viel verpasst hat er aber nicht. Meiner Meinung nach ist die Landschaft erst wieder ab dem „Eingang“ zum Harz sehenswert. Dieses weite, flache Land vorher ist einfach nicht´s für mich 😉

ReisezeitZ ist unterwegs zum Hexentanzplatz.
Ich habe etwas unterhalb des Hexentanzplatz geparkt. Da kann man noch ein paar Schritte laufen und der Parkplatz kostet nichts 😉

Der Hexentanzplatz

Der Hexentanzplatz in Thale ist, neben dem Brocken, wahrscheinlich DER Touristenhotspot schlechthin. Ein Tierpark (auf den ich dann noch etwas näher eingehe), eine Art kleiner Freizeitpark und das Freilufttheater (welches ein tolles Ambiente bietet und verschiedene Vorstellung für Kinder und Erwachsene im Angebot hat) bilden ein Konstrukt, bei dem sicher für jeden Touristen etwas dabei ist.

Aber irgendwie hatte ich das Alles noch anders in Erinnerung. Mir war zum Beispiel nicht mehr bewusst, dass man bis ganz nach oben mit dem Auto fahren konnte. Okay, mein letzter Besuch liegt mittlerweile über 15 Jahre zurück. Trotzdem hatte ich noch ein ziemlich klares Bild vor Augen. Leider entsprach das ganz und gar nicht der Realität.

Jedenfalls führte mich das Navi höher und höher, bis ich auch schon ganz oben war. Der eigentliche Plan, mit der Seilbahn nach oben zu fahren, scheiterte also gleich zu Beginn. Als ich dann auch noch den Parkplatz sah, überkam mich das große Grausen…

Reisebusse, Minibusse, Kleinbusse und Autos reihten sich aneinander. Ich konnte mir schon vorstellen, was dort los sein musste. Vielleicht war es doch keine gute Idee an einem Sonntag in den Sommerferien einen Ausflug zum Hexentanzplatz zu machen.

Alles Zedern bringt natürlich nichts und so stellte ich das Auto etwas weiter unten ab, setzte den Kleinen in seinen „Rennbuggy“ und los ging es. Meine Enttäuschung über diesen Ort, den ich als Kind noch als so mystisch und geheimnisvoll in Erinnerung hatte, wuchs mit der Zeit immer mehr. Imbissbude reihte sich an Imbissbude und Souvenirshop reihte sich an Souvenirshop…

Auf dem Hexentanzplatz ist eine Art Erlebniswelt entstanden.
Auf dem Hexentanzplatz ist eine Art Erlebniswelt entstanden.

Die Roßtrappe

Ein Blick ins Bodetal vom Hexentanzplatz aus.
Ein Blick ins Bodetal vom Hexentanzplatz aus.

Zu erst wollte ich einen Blick ins Tal werfen. Hinter einer der vielen Gaststätten wartete schon die Aussichtsplattform auf mich. Dort hielt sich der Betrieb glücklicherweise in Grenzen. Somit konnten wir einen ungetrübten Blick ins Bodetal werfen. Gegenüber des Hexentanzplatz liegt die Roßtrappe.

Der Legende nach verfolgte der Riese Bodo die Königstochter Brunhilde, welche er gegen ihren Willen heiraten wollte. Auf der Flucht mit einem Pferd sprang sie über die Schlucht und verlor dabei ihre Krone, welche in die Bode stürzte. Sie schaffte den Sprung, ihr Verfolger Bodo stürzte jedoch in die Tiefe und gab dem Fluss seinen jetzigen Namen: „Bode“. Laut der Sage verwandelte er sich in einen Hund und beschützt seitdem die Krone tief am Grund des Flusses. Der Abdruck des Pferdehuf ist auch jetzt noch im Stein zu sehen und gab dem Ort den Namen „Roßtrappe“.

Die Bode. Einen Hund habe ich jedoch nicht gesehen...
Die Bode. Einen Hund habe ich jedoch nicht gesehen…

Mit der Seilbahn geht´s nach unten

Der eigentliche Plan war ja mit der Seilbahn auf den Hexentanzplatz zu fahren. Nun gut, so mussten wir halt improvisieren. Der kleine Räuber musste noch nicht´s bezahlen, für mich kostete die Fahrt (hin und zurück) 6,50€. Das finde ich voll und ganz in Ordnung.

Die Seilbahn hat man modernisiert und mit neuen Kabinen ausgestattet, welche jetzt einen Glasboden besitzen. Eine tolle Sache, kann man jetzt doch bei der Fahrt nach unten ins Tal schauen (vorausgesetzt du bist schwindelfrei).

Die Fahrt nach Thale hat dem Kleinen besonders gut gefallen.
Die Fahrt nach Thale hat dem Kleinen besonders gut gefallen.

Im Tal angekommen, findet man nun allerhand Attraktionen vor. Ob Achterbahn, Kletterwald oder ein großes Trampolin. Für die Kinder gibt es hier einiges zu entdecken. Leider war der kleine Mann noch zu klein und konnte kein Fahrgeschäft nutzen. Wir begnügten uns dann einfach damit, den Anderen zuzuschauen 🙂

Im Tal findet man allerhand Möglichkeiten zur Beschäftigung.
Im Tal findet man allerhand Möglichkeiten zur Beschäftigung.

Der kleine Wirbelwind wollte unbedingt schon wieder mit der Schwebebahn nach oben zum Hexentanzplatz fahren. Da im Tal sowieso alles eher für ältere Kinder ausgelegt war, habe ich mich breit schlagen lassen. Nach nicht mal einer halben Stunde fuhren wir also wieder nach oben. Der Lift scheint das Highlight für den Kleinen gewesen zu sein.

Der Tierpark am Hexentanzplatz

In der Nähe des Parkplatz liegt ein kleiner Tierpark. Auf dem Weg dorthin sind eine Menge Informationstafel aufgstellt, auf welcher man die einheimischen Tiere sehen und ihren „Spuren“ folgen kann. Da das Wetter nun langsam schlechter wurde und wir die ersten Regentropfen zu spüren bekamen, machten wir uns auf den Weg zum Auto und nahmen die restlichen 50 Kilometer ins Visier.

Auf dem Hexentanzplatz begegnet man Hexen der verschiedensten Arten.
Auf dem Hexentanzplatz begegnet man Hexen der verschiedensten Art.

Fazit zum Hexentanzplatz

Manchmal führen einen die Erinnerungen ein wenig auf´s Glatteis. Im Falle des Hexentanzplatz sorgten sie für eine große Enttäuschung. All das mystische und sagenhafte geht in einem Sturm von Imbissbuden und Reisebussen unter.

Versteh mich nicht falsch, die Aussicht ist weiterhin grandios (solange das Wetter mitspielt) und die Fahrt mit der Seilbahn ist super. Für die Kinder wird etwas geboten und man kann einen schönen Tagesausflug erleben. Dennoch ist das Feeling irgendwie abhanden gekommen. Vielleicht habe ich es als Kind auch nur falsch aufgefasst und es war vor 15 Jahren schon so. Ich hatte den Platz jedenfalls komplett anders in Erinnerung.

Wer im Harz ist, sollte dem Hexentanzplatz natürlich einen Besuch abstatten. Ein zweites Mal muss ich so schnell aber nicht wieder dorthin. Das ist meine persönliche Meinung, vielleicht warst du schonmal da und hast alles ganz anders aufgefasst?! Dann freue ich mich natürlich deine Meinung in den Kommentaren zu lesen.

Im zweiten Teil geht es dann nach Wernigerode. Eines schonmal vorweg: Diese Stadt hat mich begeistert. Was genau und warum überhaupt, lest ihr im nächsten Artikel.

Liebe Grüße

 

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Tom
Schon früh bin ich durch meine Eltern auf das Reisen gekommen. Bis jetzt hat es mich meistens in den Norden Europas oder nach Großbritannien gezogen. Aber: Der Weg ist das Ziel. Somit bin ich immer für neue Länder aufgeschlossen und werde sehen, wohin der Weg führt.

1 Kommentar

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