Heute möchte ich mit euch einmal etwas Neues ausprobieren. Ich bin ein Fan der schottischen Küche und bin immer bemüht ihr schlechtes Image ein wenig aufzupolieren, vor allem das Image des schottischen Nationalgerichtes: Haggis

Ich veröffentliche nun nach und nach ein paar Videos, in dem ich zusammen mit meinem Vater (übrigens auch ein großer Schottlandfan… Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm) schottische Gerichte koche und euch erkläre, wie ihr diese Gerichte ganz einfach zu Hause nachkochen könnt.

Heute steht, wie oben schon erwähnt, die Zubereitung von Haggis auf dem Plan. Das schottische Nationalgericht schlechthin und ein wenig in Verruf geraten, für alle, die es noch nie probiert haben und nur die Zutatenliste lesen 😉

Geschichte des Haggis

Traditionell wird Haggis aus den Innereien vom Schaf gemacht und im Schafmagen gekocht. Das Innere vom Schaf wird auch heute noch verwendet. Mittlerweile nimmt man zum Kochen aber einen Kunstdarm.

Haggis diente früher dem Zweck, nach dem Schlachten die schnell verderblichen Innereien verarbeiten zu können.

Also hat man diese klein geschnitten, gewürzt, gekocht und in eine geeignete Hülle gefüllt (in dem Fall war der Magen das Beste, was damals zur Hand war).

Durch die Beimischung von Hafermehl bekommt Haggis eine festere Konsistenz als Wurst. Dabei eignet sich das Gericht wunderbar um mit allerlei Beilagen serviert zu werden.

Traditionell gibt es in Schottland dazu „Neeps“ und „Tatties“ (Steckrüben und Kartoffeln). Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass man so gut wie jede andere Beilage zu Haggis essen kann. Ob typisch deutsch mit Sauerkraut oder Mischgemüse. Haggis schmeckt mit fast allem. Sobald man sich auf dieses Gericht und seine Geschichte ein wenig eingelassen hat.

Zubereitung von Haggis

Ihr benötigt folgende Zutaten zur Zubereitung von Haggis (ca. 12 Portionen):

  • ca. 2Kg Schafsinnereien (Leber, Niere, Herz, Lunge, Nierenfett oder auch Talg)
  • 2 große Zwiebeln
  • 300g Haferflocken
  • 4cl Single Malt Whisky (ob torfig oder nicht bleibt euch überlassen)
  • 4-5 Lorbeerblätter
  • Pfefferkörner
  • 1 1/2 TL Cayennepfeffer
  • 3 TL Seesalz
  • 1 TL geriebene Muskatnuss
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • Kunstdärme

  • Zu erst musst du nun die Innereien grob schneiden und zusammen mit den Lorbeerblättern und den Pfefferkörnern in einen großen Topf geben. Das Ganze dann mit Wasser auffüllen und 30 Minuten kochen.

 

  • In der Zwischenzeit kannst du die Haferflocken anrösten. Achte bitte darauf, nicht mit zu großer Hitze zu rösten, sonst verbrennen sie ziemlich schnell und es schmeckt etwas verkohlt.

 

  • Danach drehst du ein wenig rohes Nierenfett (Talg) durch den Fleischwolf und mischst diese Masse mit den gerösteten Haferflocken zusammen.

 

  • Sobald die Innereien fertig gekocht sind (Brühe nicht wegschütten, die brauchst du noch), schneide diese auch wieder in grobe Stücke und drehe sie durch den Fleischwolf. Das Ganze gibst du dann wieder in die große Schüssel, in der schon die Haferflockenmischung liegt.

 

  • Jetzt folgt das Würzen mit Cayennepfeffer, Muskatnuss, Meersalz und frischem Pfeffer. Danach gibst du 2-3 Kellen der Brühe hinzu und mischst gut durch. Darauf gibst du jetzt ca. 4cl Single Malt Whisky deiner Wahl. Ob torfig oder nicht, richtet sich nach deinem Geschmack.

 

  • Wieder gut mischen und diese Masse in die Kunstdärme füllen. Mach die Därme nicht bis oben hin voll. Fest verknoten und alle Beutel in heißes, NICHT kochendes Wasser geben und ca. 90 Minuten warten. Achte darauf dass die Öffnung die du zugeknotet hast aus dem Wasser schaut. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass trotz guter Knoten trotzdem Wasser eindringen kann.

Das wars dann auch schon. Dein Haggis ist nun fertig. Entweder zu isst es sofort, legst es in den Kühlschrank oder frierst es für die nächste „Burns Night“ ein 😉

Haggis_kochen
Der Haggis ist fertig!

Die „Burns Night“

Jedes Jahr am 25. Januar feiern die Schotten die „Burns Night“ in Gedenken an den schottischen Dichter Robert Burns, welcher, neben Walter Scott, als größter schottischer Dichter gilt.

Dabei wird zu Beginn der Zeremonie ein Stück auf dem Dudelsack gespielt. Danach trägt das Familienoberhaupt vor einer schottischen Fahne das Gedicht „Adress to a haggis“ von Robert Burns vor. In der dritten Strophe wird der Haggis mit einem scharfen Messer geteilt.

Falls du Lust darauf bekommen hast das schottische Nationalgericht einmal zu probieren, du dich aber scheust gleich selbst Hand anzulegen:

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Falls du Fragen oder Anregungen haben solltest oder dich vielleicht selbst mal an Haggis probiert hast, schreib mir einfach oder lass einen Kommentar da. Ich freue mich immer über Verbesserungsvorschläge und hoffe dass dir hat der Artikel gefallen hat.

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Tom
Schon früh bin ich durch meine Eltern auf das Reisen gekommen. Bis jetzt hat es mich meistens in den Norden Europas oder nach Großbritannien gezogen. Aber: Der Weg ist das Ziel. Somit bin ich immer für neue Länder aufgeschlossen und werde sehen, wohin der Weg führt.

1 Kommentar

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