Endlich wieder Wandern. Endlich wieder in der Natur und endlich wieder die Gegend zu Fuß erkunden. Da mir das Laufen im Gelände in den letzten Monaten so gefehlt hat, habe ich mich am Wochenende zum Wandern in der Sächsischen Schweiz aufgemacht. Im ersten Teil dieses Artikels entführe ich euch in die berühmten „Schwedenlöcher“!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!


Der Aufstieg in die Schwedenlöcher führt über, mehr oder weniger, befestigte Treppen.
Der Aufstieg in die Schwedenlöcher führt über, mehr oder weniger, befestigte Treppen.

Wandern in der sächsischen Schweiz

Teil I

„Aufstieg in die Schwedenlöcher“

Da ich ein echter Naturfreund bin und unsere Ausflüge mich, in letzter Zeit, immer in die Stadt geführt haben, freute ich mich sehr auf diesen Trip. Ich bin als Kind schon oft mit meinen Eltern zum Wandern in Österreich oder dem Schwarzwald gewesen und genieße die Augenblicke in der Natur und der frischen Luft.

Dabei kann es ruhig etwas ansprechender zugehen, wie auf meinen Wandertouren zur Passauer Hütte oder zum Riemannhaus in Österreich. Da mein Ausflug in die sächsische Schweiz aber der Erste für dieses Jahr ist, war ich mit der, von mir gewählten, Tour eigentlich ganz zufrieden. Ein Rundweg sollte mich von Rathen, über die Schwedenlöcher, zur Bastei und wieder zurück in den Kurort bringen.

Nach meiner relativ kurzen Anfahrt (von meiner Heimat sind es gerade einmal zwei Stunden Fahrzeit) kam ich ohne große Verzögerung im Kurort Rathen an.
Wie es natürlich wieder nur mir passieren kann, bin ich von der falschen Seite in den Ort gefahren (Das große „Durchfahrt verboten“ Schild musste man natürlich ignorieren. Das Navi weiß es schließlich eh besser…) Als ich dann einen Parkplatz ergattern konnte und die ganzen Parkberechtigungskarten sah, fand ich es besser, in der Touristinfo mal nachzufragen, wie es sich nun mit dem Parken verhält.

Ich ließ mich also von der netten Dame aufklären, dass das Parken auf dieser Seite der Elbe nur Übernachtungsgästen des Ortes gestattet sei.

Gäste, welche nur zum Wandern gekommen sind, müssen am Bahnhof, auf der anderen Elbseite parken!

Warscheinlich wirkte ich auf sie so durch den Wind, dass sie nur deswegen eine Ausnahme machte und mir für 4 Euro ein Parkticket ausstellte.

Also los! Wanderschuhe an und dem Wegweiser, bzw. den Menschenmassen folgen. Das konnte ja wieder lustig werden. Wollte ich doch eigentlich in Ruhe die Natur genießen.

 

Touristenmagnet Amselsee

 

Der Amselsee am Einstieg der Schwedenlöcher
Der Amselsee am Einstieg der Schwedenlöcher

Startpunkt meiner Wanderung in der sächsischen Schweiz ist der Amselsee. Dieses, ca. 540 Meter lange Gewässer, ist ein ziemlicher Touristenmagnet, da er bequem vom Kurort Rathen aus erlaufen werden kann und somit viele Kurgäste den Weg an das idyllische Ufer finden, um die Aussicht auf die verschiedenen Kletterfelsen zu genießen.

Da so viele Touristen nicht´s für mich sind, ließ ich den Amselsee recht schnell hinter mir, auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass es dort, ohne die vielen Urlauber, sehr gemütlich sein kann. Sei´s drum. Jetzt konnt es wenigstens richtig los gehen 🙂

Der Weg gabelt sich nun. Rechter Hand liegt eine Gaststätte. Ich halte mich links und stehe vor dem Einstieg in die berühmten Schwedenlöcher. Rund 900 Treppen, teils mehr oder weniger trittsicher, trennen mich vom Felsmassiv der Bastei.

 

Die Schwedenlöcher – Hilfe, die Schweden kommen!

 

Stufe um Stufe kämpft man sich durch die Schwedenlöcher.
Stufe um Stufe kämpft man sich durch die Schwedenlöcher.

Ursprünglich wurde die Schlucht als „Blanker Grund“ bezeichnet und war ein nicht erschlossenes, schwer zugängliches Gelände. Den ersten „richtigen“ Nutzen für die Menschen hatte die Schlucht erst 1639, als das Dorf Rathen, im dreißigjährigen Krieg, von den schwedischen Truppen zerstört wurde. Die Bauern aus der Gegen flohen in den „blanken Grund“ mit ihrem verbliebenen Besitz und gaben der Schlucht ihren Namen:

Die Schwedenlöcher!

Diese dienten auch in weiteren Kriegen als Zufluchtsort. So auch 1706 im großen nordischen Krieg, 1813 in den Befreiungskriegen und 1945 in den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs.
Die touristische Erschließung begann erst 1886, als die Schwedenlöcher mit einer Steiglage versehen wurden und sich der „Gebirgsverein für die sächsisch-böhmische Schweiz“ der Sache annahm. Nach und nach wurden nun Treppen eingebaut, die Schlucht künstlich vergrößert und Verbesserungen vorgenommen.

Mittlerweile gehören die Schwedenlöcher zu den am häufigsten bewanderten Strecken der sächsischen Schweiz. Schätzungen gehen davon aus, dass in der Hauptsaison bis zu 2.000 Wanderer pro Tag den Weg frequentieren.

Ich war wohl einer von den 2.000 Wanderern an diesem Tag. Der Aufstieg durch die engen Gassen ist teilweise echt eng. Bei Gegenverkehr (was im übrigen häufig an solchen schönen Sommertagen vorkommt) hilft nur Warten und gegenseitig Rücksicht nehmen. Klappt in der Regel aber ganz gut 😉

Manchmal kam es einem wie im Urwald vor.
Manchmal kam es einem wie im Urwald vor.

Der Weg führt durch eine wunderschöne Natur, welche sich zurecht Nationalpark nennen darf. Obwohl das Wetter trocken war, herrschte im Inneren der Schwedenlöcher eine etwas drückende Schwüle. Teilweise mutete das Wetter schon leicht tropisch an. Ich denke eine Klamm ist ein guter Vergleich.

Obwohl immer noch eine Menge Wanderer unterwegs waren, kam der Trip nun langsam meinen Vorstellungen näher.

Ich genoss dieses Laufen durch die Natur. Auch wenn ich nach den ersten Stufen ein wenig außer Atem war und ich mich erstmal wieder an das Wandern gewöhnen muss 😉

Ein Spinnennetz hängt im Schwedenloch
Ein Spinnennetz hängt im Schwedenloch

 

Oben angekommen – die Bastei gibt den Blick frei

Hast du die vielen Treppen nach oben geschafft, erreichst du einen kleinen Platz um dich zu erholen, etwas Luft zu schnappen und vielleicht den einen oder anderen Bissen zu dir zu nehmen. Bevor du jetzt aber in Richtung Bastei abbiegst, empfehle ich dir, ein paar Meter weiter zum Aussichtspunkt zu gehen.

Dort hast du, bei gutem Wetter, einen tollen Blick auf die Bastei und kannst dir von weitem schon mal ein Bild davon machen, was auf der berühmtesten Attraktion der sächsischen Schweiz los ist (meistens eine ganze Menge).

Auf dem Weg durch die Schwedenlöcher hatte ich zum ersten Mal meine Action Cam dabei und habe ein kleines Video gemacht. Sozusagen meine Youtube Premiere. Schau für die Bewegtbilder doch mal in den letzten Beitrag.

Im zweiten Teil meines Trips in der sächsischen Schweiz geht es weiter zur Bastei und auf das Felsenschloss Rathen, bevor ich meinen Rundweg in Rathen wieder beende. Ich hoffe der erste Teil hat euch gefallen. Schreibt doch mal in die Kommentare, wie es euch, falls ihr schonmal dort wart, in der sächsischen Schweiz gefallen hat.

Liebe Grüße

Teilen
Vorheriger ArtikelMein erstes Video – Wandern in der Sächsischen Schweiz
Tom
Schon früh bin ich durch meine Eltern auf das Reisen gekommen. Bis jetzt hat es mich meistens in den Norden Europas oder nach Großbritannien gezogen. Aber: Der Weg ist das Ziel. Somit bin ich immer für neue Länder aufgeschlossen und werde sehen, wohin der Weg führt.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here