Eine ziemlich gewagte Überschrift oder?

Ich gebe zu, dass ich diese absichtlich gewählt habe. Warum? Weil mich Buchungsportale als Reisebüro, aber auch den Kunden, vor eine schwierige Entscheidung oder auch Problematik stellt.

In diesem Artikel möchte ich auf Vorteile, Nachteile, Vorurteile und kreative Lösungen eingehen, damit am Ende der davon profitiert, um den es eigentlich geht: Der Kunde.

Also, los geht´s!

Gemütlich von der Couch – Die Vorteile

Es ist unbestritten, dass Online Buchungsportale einen gewissen Vorteil für den Kunden haben. Wir leben in einer Zeit, in der alles immer schneller und effizienter erledigt werden soll. Wer soll sich dann schon noch die Zeit nehmen und in ein Reisebüro gehen, wenn man alles bequem von zu Hause aus erledigen kann.

Dagegen lässt sich schwer etwas einwenden. Mit dem Tablet in der Hand auf der Couch die Unterkünfte zu checken klingt verlockend.

Schauen wir uns doch aber einfach mal die Übersichtsseite von Booking.com an. Warum ich ausgerechnet Booking.com gewählt habe, erkläre ich später noch.

Als einfaches Testbeispiel habe ich ein langes Wochenende in Barcelona im Juli gewählt. Nichts ausergewöhnliches, aber daran lässt sich ganz gut erklären, wie Booking versucht dich schnell zum Buchen zu bewegen.

Beim ersten Hotel wird einem angezeigt dass die Unterkunft sehr gefragt ist. Dazu kommt, dass Booking einen scheinbaren Rabatt gewährt. Warum scheinbar? Erkläre ich später.

Im der zweiten Unterkunft geht man noch einen Schritt weiter und setzt den Kunden mit dem Hinweis: „Nur noch 7 Zimmer auf unserer Seite verfügbar“ unter Druck. Ein ganz einfaches Spiel mit der Psychologie des Menschen. Sei lieber schnell, bevor ein anderer das bekommt was du gern möchtest.

Die dritte Unterkunft offeriert einen Rabatt von 26%. Aber der gilt nur heute. Auch hier gilt wieder: Nicht unter Druck setzen lassen und verschiedene Angebote einholen.

Wir sehen also: Booking spielt gezielt mit der Psyche der Kunden um sie zu einem schnellen Buchen zu bewegen (das Ganze ist natürlich nicht nur bei Booking der Fall, auch Flugportale setzen auf diese Taktik).

Der Vergleich

Treiben wir unser Spiel nun auf die Spitze und vergleichen einen Booking.com Preis mit einem Preis eines beliebigen Reiseveranstalters. Als Beispiel dient uns wieder das oben schon gesehene Hotel „Occidental Atenea Mar“ von Donnerstag, 06. Juli, bis zum Sonntag, den 09. Juli.
Hier nochmal ein Bild von Booking.com:

Wie man sieht, muss man sich erstmal durch diverse Auswahlmöglichkeiten kämpfen. Die Möglichkeit bis einen Tag vor Anreise zu stornieren finde ich persönlich ziemlich praktisch. Das Ganze kostet dann natürlich auch entsprechend mehr. Manchmal darf man sich von einem günstigeren Preis auch nicht täuschen lassen. Teilweise muss das Frühstück dann extra gebucht werden.

Um einen vernüftigen Vergleich zu einem Angebot aus meinem Reisebüro zu erstellen, habe ich das „Deluxe Doppelzimmer“ inkl. Frühstück, ohne kostenfreie Stornierung ausgewählt.

Erstes Problem: Bei Booking ist nicht ersichtlich ob man einen Blick auf die Stadt, oder auf das Meer hat.

Wir sehen dass Booking hier mit einem Rabatt von 20% wirbt. Wir müssten theoretisch 637,20€ zahlen.

Werfen wir nun einen Blick auf das aktuelle Angebot von TUI:

Was kann man oben erkennen?

Links sehen wir wieder das Zimmer: „Deluxe Room“ für zwei Personen. Diesmal ist sogar ersichtlich dass wir einen Blick auf das Meer hätten. Frühstück ist auch wieder mit dabei.

Wenn wir jetzt einen Blick nach rechts werfen, erkennen wir verwundert den Gesamtpreis:

Statt der, bei Booking als Rabattaktion beworbenen, 637,20€ müssten wir bei TUI für die gleichen Bedingungen nur 486,00€ bezahlen.

Wie kann das sein?

Ganz einfach: Kontingente!

Das Hotel stellt den Internetvergleichsportalen, wie beispielsweise Booking.com, Zimmerkontingente zur Verfügung. Genauso wie Reiseveranstalter, wie zum Beispiel TUI, Kontingente an Zimmern von Hotel´s einkauft.

Schauen wir jetzt nochmal auf ein Bild von der Booking Seite:

Schaut euch die Pfeile im Bild oben mal an. Ganze 6 mal sagt uns Booking.com das wir uns lieber mit Buchen beeilen sollten (wer sich jetzt fragt, warum hier 459,00€ angezeigt werden –> dieser Preis ist für das Standart Doppelzimmer ohne Frühstück).

Dabei wird vorgegeben, dass im ganzen Hotel nur noch 6 Zimmer verfügbar sind, was so nicht stimmt. Es sind nur noch 6 Zimmer vom Booking Kontingent verfügbar. Das heißt noch lange nicht, dass das Hotel dann ausgebucht ist.

Umso geringer das Kontigent bei Booking ist, umso teurer wird das Ganze (Angebot und Nachfrage).

Wenn nun ein Reiseveranstalter (in unserem Beispiel TUI) noch mehr Zimmer zur Verfügung hat, sind sie in der Lage, diese auch günstiger anzubieten.

Nur so lässt sich diese große Spanne zwischen den beiden Preisen erklären.

Ich als Reisebüro

Natürlich könnte ich es mir jetzt einfach machen und „schwarz-weiß“ denken (Onlineportale = schlecht –> Reisebüro = gut), aber so einfach ist es dann doch wieder nicht.

Am Ende geht es darum, den besten Preis für den Kunden zu finden. Genau die Problematik hat auch Booking erkannt. Deshalb muss ich auch festhalten, dass definitiv nicht alles schlecht an Online Portalen ist. Booking hat den großen Vorteil, auch kleine Privatunterkünfte oder Bed&Breakfast Hotel´s im Programm zu haben, bei denen die Reisebürosoftware doch manchmal an ihre Grenzen kommt.

Also habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich beide Vorteile verbinden und den Nutzen für den Kunden optimieren kann.

Booking hat auch dafür eine Lösung gefunden.

Mit „Booking für Reisevermittler“ ist man als Reisebüro in der Lage gezielt auf jeden Kundenwunsch einzugehen und Preise zu vergleichen. Somit kann ich für den Kunden sein Wunschhotel suchen und dabei den besten Preis ermitteln, sei es bei den Reiseveranstaltern oder bei Online Portalen.

Wurde man von Booking verifiziert sieht die Seite so aus:

Zusammenfassung

Fassen wir also nochmal kurz zusammen:

  • Internetportale setzen den Kunden künstlich unter Druck um ihn zum Buchen zu bewegen
  • Sie sind nicht zwangsläufig günstiger als „normale“ Reiseveranstalter
  • Ein Zusammenspiel von beiden Möglichkeiten erzeugt das ideale Angebot für den Kunden

Abschließend ist zu sagen, dass man keine der beiden Seiten grusndsätzlich verteufeln oder hochloben sollte. Ich bin der Meinung, dass eine gesunde Mischung und ein unaufgeregtes Vergleichen und Abwägen der Angebote das beste Ergebnis für den Kunden bringt.

Wem das Ganze zu aufwändig ist, der kann sich gern an das Reisebüro seines Vertrauens wenden. Meistens gibt es dort noch ein leckeres Getränk, Insidertipps und ein nettes Lächeln… 😉

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Tom
Schon früh bin ich durch meine Eltern auf das Reisen gekommen. Bis jetzt hat es mich meistens in den Norden Europas oder nach Großbritannien gezogen. Aber: Der Weg ist das Ziel. Somit bin ich immer für neue Länder aufgeschlossen und werde sehen, wohin der Weg führt.

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