Im ersten Teil meiner Wanderung in der sächsischen Schweiz ging es vom Kurort Rathen hinauf durch die sehenswerten „Schwedenlöcher“ in Richtung Bastei. Auf den Wegen war schon guter Betrieb und es sollte in Richtung der „Hauptattraktion“ der sächsischen Schweiz nicht weniger werden.


 

Wandern in der sächsischen Schweiz

Teil II

Touristentreff auf der Bastei

wanderkarte sächsische schweiz
Der Rundweg erstreckt sich von Rathen, über den Amselsee, hoch durch die Schwedenlöcher und zur Bastei.

Nachdem ich den Aufstieg durch die Schwedenlöcher gemeistert hatte (immerhin waren es über 900 Stufen hoch hinaus), folgte ein kurzer Aufenthalt auf einem Hochplateau mit einer tollen Sicht auf die Basteibrücke. Von dort erstreckte sich ein gemütlicher Wanderweg zu DER Sehenswürdigkeit in der sächsischen Schweiz. Die Bastei.

 

Geschichtsstunde in Sachsen

 

305 Metern ü.d.M. gelegen, zählt die Bastei zur meistbesuchten Touristenattraktion des Nationalparks. Jedes Jahr strömen im Schnitt 1,5 Millionen Besucher auf die Felsenbrücke. Durch ihre hohe Lage, bietet die Bastei einen tollen Blick auf das Elbsandsteingebirge und das daneben liegende Elbtal. Das schmale Felsriff fällt 194 Meter steil zur Elbe ab.

Die Bastei gehörte zum Verteidigungsring der Felsenburg Rathen. 1592 wurde die Felsformation das erste Mal unter dem Namen „Pastey“ erwähnt. Im Zuge der Erschließung der sächsischen Schweiz entwickelte sich die Felsformation der Bastei schnell zum ersten Besuchermagneten. 1798 wurde der Aussichtspunkt erstmals in einem Wanderführer erwähnt.

Anfangs war die Bastei nur gut über den Ort Wehlen zu erreichen. Die Treppe, welche die Besucher nun von Rathen (was übrigens auch mein Weg war) hoch führt, wurde erst 1814 installiert.

Die gastronomische Versorgung startete schon 1812. Dabei wurde auf der Bastei Brot, Butter, Wein, Kaffee und Bier gereicht. Damit also eigentlich alles, was der Mensch zum Leben braucht 😀

Aussicht von der Bastei auf das Elbsandsteingebirge.
Aussicht von der Bastei auf das Elbsandsteingebirge.

Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich langsam der „Massentourismus“. Vor allem an Wochenenden und Feiertagen strömten immer mehr Menschen auf die beliebte Aussichtsplattform.

Zwischen 1975 und 1979 wurde die Gaststätte durch einen Neubau ersetzt. Später wurde noch ein Hotel installiert. Seit Mai 2016 ist die Aussichtsplattform für Besucher gesperrt, da der Fels darunter brüchig geworden ist und eine dauerhafte Standfestigkeit nicht mehr gewehrleistet werden kann.

 

Auf der Bastei – Von Asphaltstraßen und Reisebussen

 

Blick von der Bastei auf das Felsenschloss Rathen
Blick von der Bastei auf die Felsenburg Neurathen.

Vom Waldweg, der mich von den Schwedenlöchern in Richtung Bastei brachte, konnte ich schon Fahrzeuggeräusche hören, welche so überhaupt nicht in die schöne Landschaft passten. So dauerte es nicht lange, bis ich auf einem großen Parkplatz stand, welcher vom ersten bis zum letzten Platz mit Reisebussen und Auto´s zugeparkt war. Spätestens als ich die ersten Menschen in „zivil“, also ohne Wandersachen gesehen hatte, fühlte ich mich auf einmal etwas Fremd. Schulklassen und Reisegruppen säumten die Straße zur Bastei.

Ich suchte nach einem anderen Weg ins Tal, aber erstens wollte ich mir die Aussicht von der Basteibrücke nicht entgehen lassen und zweitens führte gar kein anderer Weg wieder in Richtung Rathen (und wenn doch, habe ich ihn nicht bemerkt…).
Also, nicht lange nachdenken, sondern rein ins Vergnügen.
So bahnte ich mir also den Weg durch Rucksacktouristen und Busausflüglern, vorbei am Restaurant und Hotel, in Richtung Basteibrücke. Wie man auf dem Foto oben erkennen kann, hat es sich dennoch gelohnt einmal auf die Brücke zu steigen. Die Aussicht ist wirklich atemberaubend. Dabei hat man einen super Blick in das Elbtal auf der einen und auf die Felsenburg Neurathen auf der anderen Seite.

Das Gebiet um die Bastei ist auch bei Kletterern sehr beliebt.
Das Gebiet um die Bastei ist auch bei Kletterern sehr beliebt.

Ich schob mich über die Brücke und kam zwangsläufig an der Felsenburg Neurathen vorbei. Diese hätte ich auch links liegen lassen können, so wie es viele andere Touristen auch gemacht haben.

Wollte ich aber nicht 😉

Wenn man einmal vor Ort ist, sollte man sich dieses eindrucksvolle Gebilde aus Sandstein einmal genauer ansehen. Der Eintritt hält sich mit 4 Euro auch noch in Grenzen und dient größtenteils zur Instandhaltung dieses geschichtsträchtigen Ortes.

 

Die Felsenburg Neurathen – Mittelalter in Stein gehauen

 

Neurathen ist die größte mittelalterliche Felsenburg der sächsischen Schweiz. Erstmals 1289 urkundlich erwähnt, befand sich die Felsenburg im Besitz verschiedener böhmischer Adelsgeschlechter bis sie, nach mehreren Kämpfen; 1469 endgültig in den Besitz der sächsischen Kurfürsten ging.

Die Bauten der Burg waren größtenteils aus Holz gefertigt. Das war beim Bau der Burgen in der sächsischen Schweiz so üblich. Das hat zur Folge, dass jetzt nur noch die ausgehauenen Räume, Durchgänge, die Zisterne und die Balkenaufleger der einstigen hölzernen Aufbauten vorhanden sind. 1982 bis 1984 wurden Teile der Burganlage als Freilichtmuseum rekonstruiert.

Wie auch die Schwedenlöcher, diente die Burganlage in verschiedenen Kriegen dem Schutz der Zivilisten. So im dreißigjährigen Krieg, als auch im nordischen Krieg 1706.

Jetzt kann man die Anlage als Museum besichtigen und ich kann jedem nur ans Herz legen, die vier Euro Eintritt zu investieren. Der Touristentrubel hielt sich in Grenzen und man kann sich ein tolles Bild davon machen, wie die Menschen früher auf der Felsenburg gelebt haben und was für Mühen der Bau gemacht haben muss. Über Metalltreppen führt der Weg quer durch die Burg und bietet nebenbei noch einen wunderschönen Blick über den Nationalpark.

Blick von der Felsenburg Neurathen auf die Basteibrücke.
Blick von der Felsenburg Neurathen auf die Basteibrücke.

Von nun an ging es steil abwärts ins Tal. Gut ausgebaute Treppen ermöglichen einen einfachen und unbeschwerlichen Abstieg in das Tal, um wieder im Kurort Rathen, am Startpunkt unserer Tour, zu landen.

Fazit zur Bastei

 

Der Rundwanderweg ist toll. Beim Start in Rathen kann man sich den Kurort genauer ansehen. Durch die kleinen, verwinkelten Gassen lässt es sich dort gut „schlendern“. Am Amselsee kannst du entweder eine Runde Boot fahren, dich an den See setzen und den Blick auf die Berge genießen oder, wie ich, bei zuviel Touristenandrang, dich auf den Weg in Richtung Schwedenlöcher machen.

Die Schwedenlöcher sind eindrucksvoll und machen eher den Eindruck einer Klamm, als einem Gebirge. Wenn du die über 900 Stufen geschafft hast, bist du auf dem Hochplateau und auf dem Weg zur Bastei. Laut Erzählungen soll wohl zur Nebensaison weit weniger los sein. Wenn dich das nicht stört, kannst du oben etwas Essen, obwohl ich lieber in der Natur esse und mir alles was ich brauche mitnehme. Kommt sicher auch preiswerter 😉

Die Aussicht von der Basteibrücke in Richtung Elbtal ist sehenswert.
Die Aussicht von der Basteibrücke in Richtung Elbtal ist sehenswert.

Die Felsenburg Neurathen solltest du auf deiner Tour unbedingt mit einplanen. Eindrucksvoll, nicht so überlaufen und mit vier Euro Eintritt noch absolut im Rahmen. Danach kommst du schon wieder in Rathen raus. Der Rundweg dauert, wenn du dir noch Zeit zum Fotografieren lässt und relativ gut zu Fuß bist, ungefähr 2 1/2 Stunden. Insgesamt ein interessanter Tagesausflug, welchen ich, das nächste Mal, zur Nebensaison laufen werde.

Wer gern noch mehr tolle Bilder sehen und einen weiteren schönen Bericht mit einer alternativen Anfahrt lesen möchte, sollte mal bei Stephanies Blog „Reiselife“ vorbeischauen.

Liebe Grüße

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here